Unwetterkatastrophe in NRW

„Sehr instabil“: Damm droht wegen Hochwasser zu brechen - 4500 Menschen evakuiert

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Westdeutschland hat mit katastrophalen Auswirkungen von Starkregen zu kämpfen. In NRW droht die Steinbachtalsperre bei Euskirchen zu brechen. Schließlich wird evakuiert.

Update vom 16. Juli, 10.25 Uhr: Während die Opferzahl der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands weiter ansteigt, hat der Druck auf die einsturzgefährdete Steinbachtalsperre nahe Euskirchen in Nordrhein-Westfalen offenbar abgenommen. Wie Markus Böhm vom Krisenstab mitteilte, war am späten Donnerstagabend der Wasserstand gesunken, resultierend aus zwei Gründen:

Zum einen sei der Zufluss zurückgegangen, ließ der Geschäftsführer des Energiedienstleisters e-regio wissen. Darüber hinaus pumpe das Technische Hilfswerk Wasser aus der Talsperre nahe der Grenze zu Rheinland-Pfalz ab. Ein kontrollierter Ablass über die Vorrichtungen war bei dem Staudamm nach dem verheerenden Starkregen nicht möglich. Eine Begutachtung am Freitag soll weitere Erkenntnisse bringen.

Steinbachtalsperre drohte zu brechen - Anwohner von drei Orten evakuiert

Erstmeldung: Euskirchen - Die drastischen Folgen der Unwetterkatastrophe in Westdeutschland haben sich in westfälischen Euskirchen besonders stark bemerkbar gemacht. Aufgrund eines angeblich einsturzgefährdeten Dammes mussten die Bewohner in drei benachbarten Ortschaften ihre Wohnhäuser verlassen.

Demnach wurden an der Steinbachtalsperre die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim evakuiert. Die Talsperre sei von einem Sachverständigen als „sehr instabil“ eingestuft worden, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), am Donnerstag der dpa. Von der Evakuierung seien insgesamt 4500 Einwohner betroffen. Gerüchte, wonach die Talsperre bereits gebrochen sei, hatte der benachbarte Kreis Ahrweiler zuvor dementiert.

Steinbachtalsperre: „Instabile“ Lage - Auf verfrühte Panik folgt Evakuierung

Das falsche Gerücht eines bereits geschehenen Dammbruchs hatte offenbar für Tumulte gesorgt und Dutzende Bewohner von Heimersheim zur Flucht auf höhergelegenes Terrain bewegt, weil sie um ihr Leben fürchteten. „Wir haben gehört, die Flutwelle kommt“, ruften sie den Informationen nach, schnell machte sich aufgrund des drohenden Szenarios Panikstimmung breit. Die
Kreisverwaltung Ahrweiler stellte daraufhin jedoch klar, dass von einem Dammbruch keine Rede sein könne - zumindest vorerst.

Die Steinbachtalsperre droht zu brechen: 4500 Einwohner aus drei betroffenen Orten wurden in Sicherheit gebracht.

Der Kreis Euskirchen scheint mit bislang 15 Todesopfern in Nordrhein-Westfalen am stärksten von dem Unwetter betroffen. Währenddessen erklärt Meteorologe Jan Schenk, was es mit der aktuellen Wetterlage in Mitteldeutschland auf sich hat und welche Ursachen dahinterstecken - und somit die Entstehung von Sturmtief „Bernd“:

Die Zahl der Unwetter-Toten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen muss ständig nach oben korrigiert werden. News-Ticker zur Natur-Katastrophe in Deutschland. (PF)

Rubriklistenbild: © Screenshot: ZDF

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