Bahnstrecke gesperrt

Schwere Überschwemmungen in Sachsen: Mehrere Ortsteile nicht mehr erreichbar

  • Naima Wolfsperger
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Starkregen und Überschwemmungen werden am Samstag auch aus Sachsen gemeldet. Mehrere Ortslagen waren nicht mehr erreichbar.

Bad Schandau/Bautzen - Die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland hat eine Schneise der Verwüstung geschlagen. Auch Sachsen wurde am Wochenende von immensen Regenfällen und schweren Überschwemmungen getroffen. In der Sächsischen Schweiz wurden mehrere Orte von starkem Hochwasser heimgesucht. Die Verwaltung des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge warnte vor einer „erheblichen Gefahrensituation“. Mehrere Ortslagen von Städten und Gemeinden waren am Samstag nicht mehr erreichbar.

Besonders betroffen seien Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch, informierte das Landratsamt am Abend. Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Decin wurde gesperrt. „Die Situation ist angespannt, aber beherrschbar“, erklärte das Lagezentrum des Innenministeriums in Dresden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Starkregen und Hochwasser in Sachsen: Teils mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter

Nach Auskunft des Landeshochwasserzentrums hatte es im Einzugsgebiet der Kirnitzsch und der Sebnitz innerhalb von 24 Stunden teils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter geregnet. In Lichtenhain-Mittelndorf seien es 110 Liter, in Weifa 104 Liter gewesen. Daraufhin waren die Wasserstände zahlreicher Flüsse rapide angeschwollen. So wurde an der Polenz die Alarmstufe 4 überschritten, in den Unterläufen der Kirnitzsch, der Sebnitz und des Lachsbaches habe es einen „extremen Wasserstandsanstieg“ gegeben. „Es sind starke Überschwemmungen zu erwarten“, hatten die Experten am Abend gewarnt.

Die regionale Leitstelle in Dresden sprach von mehr als 250 Einsätzen seit dem Nachmittag. In der Sächsischen Schweiz seien Straßen und Keller überflutet worden sowie Hänge abgerutscht. Neben kleineren Flüssen, die extrem angeschwollen seien, habe sich das viele Wasser an Hängen hinab den Weg gebahnt, hieß es. Von Verletzten oder größeren Evakuierungen war vorerst nichts bekannt.

Überschwemmungen: Teile Sachsens bis tief in die Nacht von Unwettern heimgesucht

Für weite Teile Sachsens hatte der Deutsche Wetterdienst am Samstag bis in die Nacht hinein vor Unwettern bis zur Stufe 3 von 4 gewarnt. Auch in anderen Regionen hatte es deswegen zahlreiche Einsätze von Rettungskräften gegeben - etwa in Ostsachsen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz. Auch dort hatte starker Regen Straßen und Keller unter Wasser gesetzt. Zudem stiegen die Wasserstände im Gebiet der Lausitzer Neiße erheblich an. So wurde am Pegel in Zittau die Alarmstufe 4 überschritten.

Extreme Regenfälle haben in Sachsen zu Überflutungen geführt.

Hochwasser in Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Sonntag die betroffenen Gebiete in der Eifel besuchen

Der extreme Starkregen der vergangenen Tage haben in Deutschland Bilder des Schreckens und der Verwüstung hinterlassen. Besonders betroffen ist das Eifel-Gebiet in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Aber auch in Baden-Württemberg und Bayern ist es zu schweren Unwetter-Schäden durch Hochwasser gekommen. In Berchtesgaden ist der Katastrophenfall ausgerufen. Außerdem gilt bereits die nächste Wetterwarnung für Bayern*. Auch in Österreich haben sich in einigen Städten gefährliche Sturzfluten gebildet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Sonntag die schwer getroffenen Gebiete Ahrweiler und Schuld in der Eifel (Rheinland-Pfalz) besuchen. Zuvor hatte der Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) mit einem herzhaften Lacher* bei der Besichtigung der Krisengebiete in Nordrhein-Westfalen für Kritik gesorgt.

Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und Decin wegen Unwetter gesperrt

Auch aus Westsachsen wurde örtlich von Problemen mit überfluteten und Kellern berichtet, etwa in Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz und Wüstenbrand. Teils errichteten Anwohner Blockaden, um ihre Häuser zu schützen.

Die Störung der Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und Decin werde voraussichtlich bis Sonntagnachmittag dauern, informierte die Deutsche Bahn. „Züge des Fernverkehrs enden und beginnen in Dresden Hauptbahnhof.“ Im Fernverkehr betrifft es die Verbindung Hamburg-Berlin-Dresden-Prag. Auch im Nahverkehr kam es zu Ausfällen, Ersatzverkehr durch Busse habe wegen schwieriger Straßenverhältnisse nicht eingerichtet werden können, hieß es. (dpa/nai) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © André März/dpa

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