Hochzeit mit Chinesin kein Kündigungsgrund

Kiel - Die Kündigung eines Ingenieurs, der wegen seiner Hochzeit mit einer Chinesin entlassen wurde, ist sittenwidrig. Der Arbeitnehmer hatte gegen seine Entlassung geklagt.

Sein Arbeitgeber hatte den Mann nach der Hochzeit gefeuert, weil er wegen der familiären Beziehungen nach China Angst vor Industriespionage hatte. Dies ist nach einem jetzt veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Kiel vom 22. Juni nicht zulässig, auch weil der Arbeitgeber von der Beziehung jahrelang gewusst und sie nicht als sicherheitsrelevant eingeordnet hatte (3 Sa 95/11). Die Kündigung verstoße gegen das “Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden“, hieß es. Das LAG hob damit eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Elmshorn auf, das die Klage des Mannes abgewiesen hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

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