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"Neoguri" hält die Japaner in Atem.

Höchste Alarmstufe

Taifun "Neoguri" peitscht über Japan

Naha - Ein gewaltiger Taifun hält die Japaner in Atem. Für die  Insel Okinawa gilt weiter die höchste Alarmstufe. Hunderttausende Bewohner müssen sich gegen das Unwetter wappnen.

Zerstörte Gebäude, ein Toter und mehrere Verletzte: Der mächtige Taifun "Neoguri" hat am Dienstag den Süden Japans erschüttert. Fast 600.000 Menschen auf der Okinawa-Inselkette wurden aufgerufen, Schutz vor dem Unwetter zu suchen. Der Sturm mit Böen von bis zu 216 Stundenkilometern brachte heftige Regenfälle mit sich. In der Region galt wegen der drohenden Lebensgefahr die höchste Warnstufe.

Ein 62-Jähriger Japaner kam bei dem Unwetter ums Leben, wie die Küstenwache mitteilte. Der Mann war nahe dem japanischen Festland von seinem Boot ins Meer gestürzt. Die Wetterbehörde hatte zuvor vor bis zu 14 Meter hohen Wellen gewarnt. Nach Angaben der Polizei auf Okinawa wurden zudem mindestens vier Menschen verletzt, unter ihnen eine 83-jährige Frau. Der Fernsehsender NHK sprach sogar von 19 Verletzten.

Schulen geschlossen - Flüge gestrichen

Auf der Inselgruppe blieben die Schulen am Dienstag geschlossen. Etwa 70.000 Haushalte waren von der Stromversorgung abgeschnitten. In Okinawas Hauptstadt Naha fielen die Ampeln aus, Schilder wurden durch die Luft gewirbelt; die Trümmer eines zerstörten Restaurants blockierten eine Straße. Hunderte Flüge mussten wegen des Taifuns gestrichen werden.

Am Montagabend hatten die Behörden wegen des herannahenden Wirbelsturms die höchste Taifun-Warnstufe für die Hauptinsel Okinawa ausgerufen. Für die etwa 1,2 Millionen Einwohner bestehe Lebensgefahr, zudem sei mit erheblichen Sachschäden durch den Taifun und die folgenden Überschwemmungen und Erdrutsche zu rechnen, hieß es. "Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, es drohen schwere Schäden", erklärte der Chefmeteorologe der japanischen Wetterbehörde, Satoshi Ebihara. Insgesamt wurden 590.000 Inselbewohner aufgerufen, sich in ihren Häusern oder öffentlichen Gebäuden in Sicherheit zu bringen.

Die Industrienation Japan hat die schweren Wirbelstürme der vergangenen Jahre im Gegensatz zu seinen ärmeren Nachbarstaaten auch aufgrund von strikten Bauvorschriften relativ unbeschadet überstanden. Durch den Taifun "Haiyan", der im November auf den Philippinen wütete, kamen mehr als 7000 Menschen ums Leben, mehr als vier Millionen wurden obdachlos.

Die US-Streitkräfte ließen seit Sonntag vorsichtshalber mehrere Flugzeuge von ihrem Luftwaffenstützpunkt Kadena auf Okinawa verlegen. "Dies ist laut Vorhersage der schwerste Taifun seit 15 Jahren", erklärte Kommandeur James Hecker.

Meteorologen rechnen damit, dass "Neoguri" (koreanisch für "Waschbär") in der Nacht zum Donnerstag die südlichste der japanischen Hauptinseln, Kyushu, erreicht. Bis dahin dürfte sich der Sturm bereits abgeschwächt haben. Dennoch wurde vor Überschwemmungen und Erdrutschen infolge heftigen Regens in der Region gewarnt.

Der Insel Hokkaido im Norden Japans wurde unterdessen von einem Erdbeben erschüttert. Das Beben hatte eine Stärke von 5,6, wie die US-Erdbebenwarte am Dienstag mitteilte. Berichte über Schäden lagen zunächst nicht vor. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde bestand auch keine Tsunamigefahr.

AFP

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