Hoffen auf ein Lebenszeichen

- München - Seine Leidenschaft für den Tauchsport rettete Rainer Brunschier das Leben. Rund 65 Kilometer vor Thailands Küste spürte der 42-jährige Münchner kaum etwas von dem verheerenden Seebeben. Als er nach Khao Lak zurückkehrte, war der Ferienort verwüstet. Seitdem sucht Brunschier verzweifelt seine Freundin Beate Benedikt aus Odelzhausen (Kreis Dachau). Immer noch werden mehr als 1000 Deutsche vermisst. Auch von Dutzenden Bayern fehlt jede Spur.

Offiziell gibt das bayerische Landeskriminalamt die Zahl der Vermissten aus dem Freistaat mit 57 an. Allein 15 kommen aus München. Auch ganze Familien sind verschollen. So gibt es immer noch keinen Hinweis auf den Verbleib der Familie Fischhaber aus Dachau (wir berichteten). Die Eltern wollten mit ihren beiden 10 und 15 Jahre alten Töchtern erstmals Weihnachten in Thailand verbringen. Ihr Urlaubsziel war das besonders stark betroffene Khao Lak.

In dem beliebten Ferienort in Thailand machte auch ein Paar aus Karlsfeld (Kreis Dachau) Urlaub. Seitdem die Riesenwelle das Ferienparadies niederwalzte, sind Dagmar Schmid (44) und Arno Eschenweck (39) vermisst. Die Verkäuferin und der Techniker wohnten im 3-Sterne-Hotel "Theptharo Lagoon Beach Ressort". Dort war auch das Ehepaar Elisabeth (46) und Gerd Höfel (51) aus Gröbenzell (Kreis Fürstenfeldbruck) untergebracht. Von ihnen gab es bis gestern ebenso kein Lebenszeichen.

Ob Ingrid und Herbert Huber aus Germering den Fluten entkamen, wissen Freunde und Verwandte immer noch nicht. Das letzte Lebenszeichen stammt von Heiligabend. Das Paar telefonierte mit Herberts Vater Oskar Huber. Ein Freund von Oskar Huber hat die beiden Vermissten in ein Suchforum im Internet eingetragen. Seitdem hoffen Familie und Freunde, dass jemand die beiden gesehen hat.

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