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Hoffnung war vergebens: Felix ist tot

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- Hohenthann/Potsdam - Am Ende war es traurige Gewissheit: Felix von Quistorp aus Potsdam ist tot. Nach tagelanger Suche fanden Taucher am Mittwoch die Leiche des 14-jährigen Schülers in einem Brunnen auf dem weitläufigen Schlossgelände seiner Großeltern im niederbayerischen Weihenstephan bei Landshut.

Tage der verzweifelten Suche

>>> Die Chronologie: Verschwinden und Tod des 14-jährigen Felix

Vermutlich war es ein Unfall, das sei die wahrscheinlichste Möglichkeit, sagte ein Polizeisprecher. Klarheit sollte eine Obduktion bringen, deren erste Ergebnisse noch am Mittwoch veröffentlicht werden sollten.

Im heimatlichen Potsdam löste der Tod von Felix Trauer und Bestürzung aus. "Wir sind sehr, sehr traurig", sagte die Klassenlehrerin. "Ich muss das jetzt erstmal verarbeiten - wenn das überhaupt geht." Mit großer Erschütterung nahm eine Elternvertreterin der 8. Klasse von Felix die Nachricht auf: "Ich bin so geschockt, ich kann kaum sprechen. Ich denke nur an die Mutter und die übrige Familie von Felix."

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sprach der Familie sein Beileid aus. "Gemeinsam mit der Familie und mit den Potsdamerinnen und Potsdamern habe ich tagelang gebangt und auf ein glückliches Ende gehofft", sagte Jakobs. "Die schreckliche Nachricht, die ich nun erhielt, hat mich sehr getroffen." Vor dem Wohnhaus der Familie in der Nähe von Schloss Sanssouci harrten am Mittwoch mehrere Kamerateams und Fotografen aus. Zum Schulanfang nach den Weihnachtsferien an diesem Montag soll bei einem Gottesdienst an Felix erinnert werden.

Der Junge hatte in dem rund 150 Jahre alten Anwesen seines Großvaters zusammen mit seiner Mutter und dem drei Jahre jüngeren Bruder den Weihnachtsurlaub verbracht, ehe er am vergangenen Donnerstag spurlos verschwand. Nach ersten Ermittlungen war er bereits kurze Zeit später in einem historischen Gewölbe in den etwa zehn Meter tiefen Brunnen gefallen und ertrunken. Die Hintergründe sind noch unklar. Die Kriminalpolizei wollte weder ein Verbrechen noch einen Selbstmord ausschließen. "Am wahrscheinlichsten ist aber, dass es sich um einen Unglücksfall handelt", sagte der Leiter der Polizei Landshut, Peter Schnitte.

Die Polizei hatte am Mittwochmorgen seit 8.00 Uhr das Gelände und das Anwesen noch einmal durchsucht und dabei auch erstmals Taucher eingesetzt. "Das Wasser in dem verschlammten Brunnen ist trübe, so dass man nicht auf den Grund schauen kann", sagte ein Polizeisprecher. Daher habe man bei der ersten Suche nichts entdeckt. Die Leiche des Jungen wurde am Grund des etwa 15 Meter tiefen und teilweise mit Brettern abgedeckten Brunnens gegen 9.40 Uhr gefunden. Über den genauen Todeszeitpunkt erhoffen sich die Ermittler nähere Aufschlüsse zur möglichen Todesursache.

Die Familie, die bis zuletzt gehofft hat, Felix lebend zu finden, stehe unter Schock. Sie werde von einem Spezialteam betreut, sagte ein Polizeisprecher. Nach einem Museumsbesuch mit seinem Großvater war der blonde, groß gewachsenen Felix am Nachmittag des 28. Dezember noch einmal aus dem Schloss gegangen und nicht mehr zurückgekommen. In dem zu Hohenthann gehörenden 300 Seelen großen Weihenstephan war das Verschwinden des Jungen aus Brandenburg seit Tagen das Thema.

Zur Suche nach Felix hatte die Landshuter Kriminalpolizei eine mehr als 20 Beamte starke Sonderkommission gebildet. Allein am Neujahrswochenende hatten rund 300 Helfer von Polizei und Feuerwehr mit Spürhunden erfolglos nach Felix gesucht.

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