Holzklotz-Attacke: Tatverdächtiger ermittelt

Oldenburg - Mehr als acht Wochen nach der tödlichen Holzklotz-Attacke auf einer Autobahn bei Oldenburg in Niedersachsen haben die Fahnder einen Tatverdächtiger ermittelt. Medienberichten zufolge handelt es sich um einen 30-jährigen Drogensüchtigen.

(Zusammenfassung 1545) Nach Informationen der "Nordwest-Zeitung" nahmen die Fahnder am Mittwochmorgen einen 30 Jahre alten Mann aus Rastede fest. Der Mann gelte als drogenabhängig, berichtete das Blatt. Beamte der Sonderkommission "Brücke" hätten den Beschuldigten mehrere Stunden lang vernommen. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Am Abend wollten die Behörden auf einer Pressekonferenz über ihren Erfolg berichten. Bei der Attacke am Ostersonntag hatte ein von einer Brücke geworfenes, sechs Kilogramm schweres Holzstück die Windschutzscheibe eines Autos durchschlagen und dabei eine zweifache Mutter (33) vor den Augen ihrer Familie getötet. Das Verbrechen hatte bundesweit Aufsehen erregt und für Angst vieler Autofahrer gesorgt. Über Wochen hinweg erhielten die Ermittler mehrere hundert Hinweise, jedoch keine heiße Spur zu einem Tatverdächtigen. Die mehr als 20-köpfige Sonderkommission "Brücke" hatte Anfang April ein Phantombild veröffentlicht, auf dem vier bis fünf junge Leute im Alter zwischen 16 und 20 Jahren schemenhaft zu erkennen waren. Doch weder das Bild, noch eine Belohnung von 6000 Euro oder eine Schilderung des Falles in Fernsehsendungen führten zu einem schnellen Fahndungserfolg. Die Tragödie auf der Autobahn hatte zu einem Kompetenzstreit zwischen den Ermittlungsbehörden geführt. Nachdem die Polizei in letzter Konsequenz und bei allen rechtlichen Voraussetzungen auch einen Massengentest bei Fahndung nach dem Täter nicht ausschloss, hagelte es Kritik von der Staatsanwaltschaft. Die Öffentlichkeitsarbeit sei "völlig überzogen", hieß es vom Generalstaatsanwalt, der von "Eigenmächtigkeiten" bei der Arbeit der Polizei sprach, die für einen Ermittlungserfolg zum Teil schädlich seien. dpa op yyni z2 sm

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