+
Homosexualität soll laut Kardinal Aguilar behandelt werden

Sebastian Aguilar

Kardinal: Homosexualität ist ein Defekt

Madrid - Der künftige spanische Kardinal Fernando Sebastian Aguilar hat Homosexualität einen physischen "Defekt" genannt. Dieser könne durch Behandlung geheilt werden.

"Homosexualität ist eine fehlerhafte Art von Sexualität, da diese in ihrer Struktur und im Ziel die Fortpflanzung hat", sagte der 84-jährige emeritierte Erzbischof von Pamplona der Zeitung Diario Sur  (Montag). Sebastian Aguilar wird Mitte Februar von Papst Franziskus in den Kardinalsstand erhoben.

Sebastian Aguilar ist demnach nicht mit den Worten des Papstes einverstanden, der auf dem letzten Weltjugendtag in Brasilien vor Journalisten die Frage gestellt hatte, wer er sei, um Homosexuelle verurteilen zu können. In dem Interview erklärte Sebastian Aguilar, es sei sogar die Pflicht der Kirche, Homosexuelle auf ihren "Defekt" hinzuweisen. Dies sei kein Angriff, sondern eine Hilfe, da viele Fälle von Homosexualität durch eine angemessene Behandlung geheilt werden könnten, so der Erzbischof weiter. "Wenn eine Person einen Defekt hat, sagt ein guter Freund ihm das." Niemand sei vollkommen. "Ich habe Bluthochdruck. Werde ich etwa böse, wenn mir das jemand sagt?" erklärte Sebastian Aguilar.

Weiterhin kritisierte der angehende Kardinal, eine zu laxe Haltung der spanischen Gesellschaft in Bezug auf die Abtreibung. Eine Bestrafung der Mutter im Falle eines Schwangerschaftsabbruchs könne man diskutieren, aber nicht die Tatsache, dass es sich um die Tötung von Leben handele, so der Erzbischof. Aguilar nahm damit Bezug auf die laufende Debatte zur geplanten Verschärfung der spanischen Abtreibungsgesetze durch die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Rajoys Entwurf sieht vor, dass Schwangerschaftsabbrüche nur noch in Ausnahmefällen wie nach Vergewaltigungen oder bei gesundheitlichen Problemen der Mutter gesetzlich erlaubt sind. 2010 hatte die sozialistische Vorgängerregierung eine Fristenregelung eingeführt, die Schwangerschaftsabbrüche bis zur 14. Woche erlaubt. Bei gesundheitlichen Risiken für die Mutter oder schweren Fehlbildungen des Fötus sind Abtreibungen darüber hinaus bis zur 22. Woche möglich. Mädchen ab dem 16. Lebensjahr können ohne Einwilligung der Eltern abtreiben.

kna

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lotto am Samstag: Das sind die Gewinnzahlen
Hier sind die Lottozahlen vom 27. Mai 2017. Jeden Samstag warten die Spieler auf das Ergebnis der Ziehung. Diese Zahlen wurden am 27.05.2017 gezogen.
Lotto am Samstag: Das sind die Gewinnzahlen
Flugbetrieb von British Airways weltweit gestört
Lange Schlangen, verärgerte Passagiere: Ein Ausfall der IT-Systeme hat bei der Fluggesellschaft British Airways Chaos ausgelöst. Auch in Deutschland gab es in der Folge …
Flugbetrieb von British Airways weltweit gestört
Virus wandert weiter: Mehrere Zika-Infektionen in Indien
Gerade erst gilt die Gefahr der tückischen Zika-Krankheit in Brasilien als gebannt - da gibt es in Indien Anlass zur Sorge.
Virus wandert weiter: Mehrere Zika-Infektionen in Indien
Drama in den Alpen: Erdrutsch schließt 17 Menschen in Schlucht ein
Nahe der bayerischen Grenze hat sich in den österreichischen Alpen ein dramatisches Unglück ereignet: 17 Menschen sind in einer Schlucht eingeschlossen.
Drama in den Alpen: Erdrutsch schließt 17 Menschen in Schlucht ein

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion