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Jedes Jahr werden schätzungsweise 30.000 Dickhäuter getötet, um die Nachfrage in China und dem Fernen Osten zu befriedigen.

Ware wird umdeklariert

In Hongkong floriert der Elfenbeinhandel

Hongkong - Tierschützer haben Hongkongs florierenden Elfenbeinhandel für die wachsende Bedrohung der Elefanten in Afrika mitverantwortlich gemacht.

Der Handel in der chinesischen Handelsmetropole mit als legal deklariertem Elfenbein laufe allen Bemühungen zuwider, das Töten der Dickhäuter zu stoppen, erklärte die Tierschutzorganisation Save the Elephants in einem am Donnerstag in Hongkong und der kenianischen Hauptstadt Nairobi veröffentlichten Bericht.

Keine andere Stadt biete so viele Waren aus dem begehrten Material zum Verkauf wie die ehemalige britische Kronkolonie, sagte der Mitautor Esmond Martin. Hongkong war in den 60er Jahren Hochburg der Elfenbeinschnitzer. Seit 1990 ist der Handel mit Elfenbein aus Afrika verboten, doch dürfen die von der Regierung registrierten alten Lager für den heimischen Gebrauch weiter genutzt werden.

Mehr als 30.800 Stücke aus geschnitztem Elfenbein

Save the Elephants wirft den Händlern nun vor, von Wilderern stammendes Elfenbein aus Afrika einfach umzudeklarieren. Die Behörden schauten diesem Treiben tatenlos zu, sagte Alex Hofford von der Organisation WildAid. Bei ihren Kontrollen entdeckten die Tierschützer nach eigenen Angaben in 72 Geschäften mehr als 30.800 Figuren und Schmuckstücke aus geschnitztem Elfenbein.

Hauptabnehmer der "gewaschenen" Ware sind demnach Chinesen vom Festland, die von der niedrigeren Steuer und nachlässigen Grenzkontrollen profitierten. Umweltverbände machen vor allem die wachsende Nachfrage nach Elfenbein in Asien dafür verantwortlich, dass jährlich mehr und mehr Elefanten in Afrika Wilderern zum Opfer fallen. Jedes Jahr werden demnach schätzungsweise 30.000 Dickhäuter getötet, um die Nachfrage in China und dem Fernen Osten zu befriedigen.

Elfenbeinhandel muss komplett gestoppt werden

Der Gründer von Save the Elephants, Iain Douglas-Hamilton, sagte, eines der wirksamsten Mittel im Kampf gegen die Ausrottung der Tiere sei es, den Elfenbeinhandel in Hongkong komplett zu stoppen. Eine Sprecherin des Hongkonger Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz lehnte die Forderung umgehend ab. Es lägen keine Pläne vor, den Elfenbeinhandel komplett zu verbieten, sagte sie. Die Vorwürfe von Save the Elephants wies sie zurück: Es gebe keinerlei Hinweise, dass der "legale Handel in Hongkong" geschmuggeltem Elfenbein als Deckmantel diene.

afp

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