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Kammerlanders Mercedes Vito wurde bei dem Unfall völlig zerstört

Extrembergsteiger operiert

Unfall: Hans Kammerlander schwer verletzt

Uttenheim - Extrembergsteiger Hans Kammerlander ist am Dienstagabend bei einem Frontalunfall schwer verletzt worden. Er musste operiert werden.

Als Extrembergsteiger hat Hans Kammerlander schon viele gefährliche Situationen durchstehen müssen. Doch was der Alpinist am Dienstagabend auf einer Straße in Südtirol erleben musste, kam zu plötzlich, der Schrecken zu geballt, als dass er etwas hätte tun können: Ein Autofahrer krachte frontal in seinen Kleinbus. Der Unfallverursacher starb, der Bergsteiger verletzte sich schwer am Bein, musste operiert werden und erlitt einen Schock, ist aber außer Lebensgefahr.

Dienstag, etwa 19:30 Uhr, kurz vor Uttenheim, im Tauferer Ahrntal, nur 14 Kilometer von Kammerlanders Wohnung entfernt: Der 21-jährige René E. aus dem nahen Rein fährt talabwärts die so genannte Uttenheimer Länge entlang. Auf einmal verliert er aus noch ungeklärter Ursache die Kontrolle über seinen silberfarbenen Ford Fiesta. Immer wieder schleudert er auf die andere Straßenseite, streift drei Autos. Schließlich gerät er ganz auf die Gegenfahrbahn und rammt frontal Kammerlanders silbernen Mercedes Vito. Der Kleinbus wird völlig zerstört. Renè E. stirbt noch am Unfallort, Kammerlander und vier andere Verletzte kommen ins Krankenhaus Bruneck.

Der Extremsportler steht nach dem Unfall unter Schock: „Er hat von allen möglichen wirren Sachen gesprochen“, erzählt sein Manager, Siggi Pircher, der tz von seinem Besuch direkt nach dem Unfall. „Er sagte so was wie „Warum sind diese Lichter entgegengekommen? Warum bin ich nicht einfach in die Wiese gefahren?“

Die anderen Verletzten sind nur leicht verletzt. Kammerlander geht es schlechter. Er klagt über starke Schmerzen im rechten Knie. Die ärztliche Leiterin im Krankenhaus, Monika Zäbisch, erklärt der tz: „Herr Kammerlander hat bei dem Unfall eine Schienbeinkopffraktur erlitten, das rechte Kniegelenk wurde verletzt. Außerdem wurde der laterale Miniskus abgerissen. Der Patient wurde am Mittwoch etwa eine Stunde lang operiert. Die OP ist gut verlaufen, Herr Kammerlander ist stabil und bei Bewusstsein.“ Außer den Verletzungen am Bein habe er auch Prellungen und ein leichtes Schädelhirntrauma erlitten.

Zunächst wird Kammerlander etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben müssen. Danach steht eine rund zwei- bis dreimonatige Physiotherapie an – ob der Bergprofi wieder genau wie vorher Bergsteigen können wird, wird sich dann zeigen.

LKU

Die Legende Hans Kammerlander

Kein Weg zu weit, kein Berg zu hoch – die Liste der vom Extrembergsteiger Hans Kammerlander (56) bezwungenen Berge und der von ihm errungenen Rekorde bringt Alpinisten ins Schwärmen. Ein kurzer Auszug: Zwölf der 14 Achttausender, der höchsten Berge der Welt, hat er bestiegen. 1984 bezwang er gemeinsam mit Reinhold Messner (69) zum allerersten Mal zwei Achttausender direkt hintereinander. Bis 2006 hielt er den Rekord für die schnellste Besteigung des Mount Everest. Die Liebe zu den Bergen wurde Kammerlander quasi in die Wiege gelegt: Er wurde 1956 in Ahornach (Südtirol) als sechstes Kind in eine Bergbauernfamilie geboren, wo er noch wohnt. Schon als Achtjähriger bestieg er seinen ersten Berg, den Großen Moosstock (3059 m). Der Berg-Profi engagiert sich seit Langem gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein für naturverträglichen Bergsport.

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