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Corona: Künftig entscheidend - Hospitalisierungsrate steigt auf 1,38

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Von: Martina Lippl

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Die Covid-Intensivstation in Deutschland - Berlin
Die Covid-Intensivstation in Deutschland füllen sich (Symbolfoto). © Christophe Gateau/dpa

Künftig soll die Hospitalisierungsrate bei der Bewertung des Infektionsgeschehens in Deutschland mehr Gewicht bekommen. Der Wert steigt laut Robert-Koch-Institut (RKI).

Berlin - Die vierte Corona-Welle hat laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) begonnen. Die Inzidenz steigt in Deutschland ungebremst. Doch verliert dieser Wert an Aussagekraft. Der Grund: Geimpfte können sich mit Corona infizieren, werden dann aber nicht so schwer krank.

Hospitalisierungsrate - neue Kennziffer in der Corona-Pandemie

In Zukunft soll die Hospitalisierungsrate eine wichtige Rolle für schärfere Corona-Maßnahmen spielen. Die Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern soll entscheidend sein. Welche Zahl oder Zahlen hier konkrete Maßnahmen nach sich ziehen werden, ist zunächst noch offen. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laufen derzeit darüber Beratungen mit Bund und Ländern.

RKI: Hospitalisierungsrate steigt auf 1,38

Das RKI meldet deutschlandweit 399 Hospitalisierungen mit Covid-19. Im Vergleich zum Vortag ist die Hospitalisierungsrate auf 1,38 (Vortag: 1,28; Vorwoche: 1,10) angestiegen. Das geht aus dem Lagebericht von Dienstag hervor. Die Hospitalisierungsrate steht demnach für die Krankenhauseinweisungen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner. Auf dem Höhepunkt der Pandemie lag der Wert über zehn.

Seit Ende Juli steigt die Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern. Auch auf den Intensivstationen füllen sich die Betten. Die meisten Corona-Patienten haben keine Corona-Impfung, sagte der Kölner Intensivmediziner Christian Karagiannidis von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) vergangene Woche. Momentan werden 800 Corona-Patienten auf einer Intensivstation behandelt, davon müssen 394 künstlich beatmet werden, wie aus den Daten des DIVI-Intensivregisters hervorgeht (Stand 25.August, 11.25 Uhr).

Corona-Inzidenz in Deutschland

Der Inzidenz-Richtwert 50 im Infektionsschutzgesetz soll verschwinden, soviel scheint klar. Über andere Kennziffern zur Bewertung des Infektionsgeschehens wird, wie schon erwähnt, noch diskutiert. In der Corona-Schutzverordnung soll die 7-Tage-Inzidenz von 35 als einziger Grenzwert erhalten bleiben. Ab der 35-er-Marke sollen dann die „3G-Regeln“ (geimpft, genesen oder getestet) zum Beispiel für Besuche in der Innengastronomie gelten. Personen, die dann gegen Corona geimpft sind oder Covid-19 bereits hinter sich haben (Genesene), müssen demnach mit keinen weiteren gravierenden Einschränkungen rechnen.

Die Inzidenz galt bislang als Indikator im Frühwarnsystem der Corona-Pandemie. Steigende Infektionszahlen spiegelten sich verzögert in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen wider. Auch die Todeszahlen stiegen. Eine völlige Abkehr von der Inzidenz sehen Experten kritisch. Laut dem Intensivmediziner Christian Karagiannidis sei die Inzidenz eng an die Belegung mit den Krankenhausbetten gekoppelt. In der Corona-Pandemie in Deutschland bleibe die Inzidenz seiner Meinung nach ein wichtiger Wert zur Verlaufseinschätzung im Herbst und Winter. Die Lebenserwartung ist mit der Corona-Pandemie deutlich gesunken. In Europa ähnlich wie im Zweiten Weltkrieg, wie 24vita.de* berichtet. (ml)*Merkur.de und 24vita.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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