Maik Luu erhielt vom Hüpfburg-Verleih eine grobe Abfuhr.

Abiturient als Bittsteller beschimpft

Fieser Hüpfburg-Verleih erntet Facebook-Protest

Eschweiler - Maik Luu wollte nur eine Hüpfburg - für einen Abi-Scherz. Möglichst günstig sollte sie sein. Der Schüler fragte freundlich an und erhielt eine grobe Abfuhr. Die Empörung schlägt Wellen.

Ein Hüpfburg-Verleih hat einem Abiturienten eine grobe Abfuhr erteilt und damit einen Sturm der Empörung ausgelöst. In ihrer Mail bezeichnete die Firma aus Elsdorf bei Köln den jungen Mann als “Bittsteller“ und die Bitte um ein Angebot als “Bettelanfrage“. Der junge Mann ging an die Medien und stellte einen Zeitungsbericht über diesen Vorgang auf seine Facebook-Seite. Es hagelte empörte Kommentare. Bis Donnerstagmittag übernahmen rund 9000 Facebook-Nutzer den Beitrag auf ihre Seite.

Maik Luu suchte für einen Abischerz am Städtischen Gymnasium in Eschweiler bei Aachen eine Hüpfburg. Er fragte unter anderem per Mail bei dem Unternehmen in Elsdorf an. Das begann sein Antwortschreiben mit: “Da Sie offensichtlich kein Geld haben, würde ich vielleicht von meinem Luxusdenken etwas abrücken.“ Die Inhaber verdienten mit dem Verleih den Lebensunterhalt. “Sollten Sie bei uns irgendwo ein Schild gesehen haben “Geschenkeladen“, lassen Sie es mich bitte wissen.“

Luu versuchte es noch einmal. Die Hüpfburg könne ja auch Werbung für das Unternehmen sein. Und wenn die Burg an dem Wochentag ohnehin nicht gebraucht werde, könne sie doch zu “Konditionen, die zu der Veranstaltung eines Abischerzes passen“, verliehen werden. “Bezüglich Ihrer Absage hätte ich mich über ein wenig mehr Höflichkeit gefreut“, schrieb der Schüler. Er sei Vertreter einer Interessengruppe, die aus potenziell zukünftigen Kunden bestehe.

Interview mit Maik Luu

Studenten seien noch nie Kunden des Unternehmens gewesen, heißt es in der Antwortmail. “Und sollten diese denn irgendwann mal Geld verdienen (70% werden Hartz IV), werden diese ihre Anfrage nicht mehr so stellen wie Sie, weil sie dann in einer anderen Liga spielen.“

Der Abiturient fühlte sich und seine Schulkollegen angegriffen. Er wollte das nicht einfach so hinnehmen. “Wir haben für den höchsten Schulabschluss hart gearbeitet“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Er habe das nicht einfach so hinnehmen wollen und darum den Vorgang ins Netz gestellt. Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern. “Wir geben später eine Pressekonferenz dazu“, sagte ein Vertreter. Eine andere Firma lieh den Schülern eine Hüpfburg - kostenlos.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Letzter Mensch auf dem Mond: Astronaut Gene Cernan ist tot
Washington (dpa) - Der US-Astronaut Gene Cernan, der als letzter Mensch auf dem Mond war, ist tot. Cernan sei im Alter von 82 Jahren am Montag gestorben, teilte die Nasa …
Letzter Mensch auf dem Mond: Astronaut Gene Cernan ist tot
Mindestens 27 Pest-Tote in Madagaskar
Antananarivo (dpa) - Im Süden von Madagaskar sind 27 Menschen der Pest zum Opfer gefallen. Insgesamt 68 Menschen haben sich demnach in den Regionen Atsimo-Atsinanana und …
Mindestens 27 Pest-Tote in Madagaskar
Mysteriöser Riesenbogen über Venus entdeckt - Was hat es damit auf sich?
Tokio/London - Über unseren Nachbarplaneten Venus fegen extrem schnelle Winde. Trotzdem haben Forscher in derselben Höhe eine stationäre Struktur entdeckt. Was hat es …
Mysteriöser Riesenbogen über Venus entdeckt - Was hat es damit auf sich?
Brasiliens Gefängnisse außer Kontrolle
Seit Jahresbeginn sind über 120 Häftlinge in Brasilien umgebracht worden, teilweise wurden sie geköpft. Ein Grund sind Bandenkriege, die sich hinter den Mauern …
Brasiliens Gefängnisse außer Kontrolle

Kommentare