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Syrische Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei.

Syrer flüchten in die Nachbarländer

Istanbul - In den Hochburgen des syrischen Aufstandes heißt die Devise jetzt: Rette sich wer kann. Aus Angst vor der Rache des Regimes fliehen Familien in die Türkei. An der Grenze zum Libanon wurde erneut geschossen.

Mehr als 360 Syrer sind seit Montagabend aus Angst vor Racheakten der Truppen von Präsident Baschar al-Assad in die benachbarte Türkei geflüchtet. Nachdem in der syrischen Kleinstadt Dschisr al-Schogur nach offiziellen Angaben aus Damaskus 120 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden waren, bereitet sich die Türkei auf eine mögliche noch größere Flüchtlingswelle vor.

Zivilisten in Dschisr al-Schogur fürchten einen Vergeltungsschlag, da es Berichte über einen Anmarsch der gefürchtete 4. Brigade der syrischen Armee gibt. Die Brigade wird von Maher al-Assad, einem Bruder des Präsidenten Baschar al-Assad, kommandiert. Nach Angaben von Oppositionellen haben bereits Tausende Menschen den Bezirk verlassen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan versprach den Flüchtlingen, die Grenze zur Türkei werde offen bleiben. Zugleich forderte er die syrische Staatsführung von Präsident Baschar al-Assad am Mittwoch erneut zu schnellen politischen Veränderungen auf. “Unsere Sorge ist gewachsen“, sagte Erdogan.

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Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, in der Nacht und am Mittwoch seien 169 Flüchtlinge über die Grenze in die Türkei gekommen. Am Vortag waren etwa 200 Syrer geflüchtet. Ein Helfer sagte, am Mittwoch sei erstmals auch ein Verwundeter aus der syrischen Stadt Latakia in das staatliche Krankenhaus von Antakya in der Türkei gebracht worden. In Latakia hatte es am Vortag nach Angaben von Oppositionellen eine regierungsfeindliche Demonstration gegeben.

Unterdessen berichteten syrische Oppositionelle, die Klinik in Dschisr al-Schogur arbeite nicht mehr. Die Ortschaft liegt knapp 20 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Die Regierung in Damaskus hatte erklärt, bewaffnete Extremisten hätten dort Soldaten und Wachleute aus dem Hinterhalt getötet. Mehrere Exil-Oppositionelle sagten dagegen, die Soldaten seien von Angehörigen der Armee erschossen worden, weil sie sich geweigert hätten, auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen.

Obwohl Syrer kein Visum für die Einreise in die Türkei benötigen, meiden die meisten Flüchtlinge die offiziellen Grenzübergänge. Sie befürchten, dort von den syrischen Grenzwächtern verhaftet oder getötet zu werden.

Libanesische Sicherheitskräfte beobachteten am Mittwoch, wie Rauch über der syrischen Grenzstadt Arida aufstieg. Sie hörten Schüsse. Ein Angehöriger der Sicherheitskräfte sagte der Nachrichtenagentur dpa, in einem Fluss nahe der Grenze hätten Anwohner die Leiche eines syrischen Soldaten gefunden. Ein verletzter syrischer Soldat überquerte den Fluss und suchte Hilfe in einem libanesischen Krankenhaus.

dpa

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