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Tausende Menschen sind in Indien nach schweren Hochwassern noch vermisst

Hunderte Tote bei Hochwasser in Indien

Neu Delhi - Die Zahl der Flutopfer in Indien ist nach tagelangen Regenfällen auf rund 600 gestiegen. Noch immer gelten nach Behördenangaben knapp 14 000 Menschen als vermisst.

Nach heftigen Überschwemmungen und Erdrutschen im Norden Indiens wird langsam das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe sichtbar: Bislang liegt die Zahl der Opfer bei 596, sie könnte aber nach Einschätzung der Behörden in die Tausende gehen. Immer noch sind viele Menschen durch zerstörte Brücken und Straßen eingeschlossen, viele Gegenden waren nur aus der Luft erreichbar.

Insgesamt seien unter Schutt und Schlamm bisher 556 Leichen entdeckt worden, sagte der Regierungschef im Staat Uttrakhand, Vijay Bahuguna, am Freitag dem TV-Sender CNN-IBN. Rettungskräfte fanden am Freitag nahe der Stadt Hardwar zudem 40 Leichen, die im Wasser trieben. Ein weiterer Regierungsvertreter, Rakesh Sharma, hatte am Donnerstag gesagt, die Zahl der Todesopfer auf mehrere tausend steigen könnte. Es müsste aber erst die gesamte Gegend abgesucht werden, die von den Überschwemmungen heimgesucht worden war.

Zehntausende Menschen, darunter überwiegend Hindu-Pilger, saßen in der Bergregion fest, nachdem sie auf dem Weg zu heiligen Stätten vom Monsun überrascht wurden. Die Luftwaffe ließ Fallschirmspringer über der Region abspringen und warf Medikamente und Essenspakete für die Menschen ab, die in rund 100 Städten und Dörfern eingeschlossen waren. Die Armee und Hilfskräfte bauten zudem provisorische Brücken, um auch auf dem Landweg in entlegene Gegenden vorzudringen.

34 000 Menschen konnten nach Angaben von Indiens Innenminister Sushilkumar Shinde bisher in Sicherheit gebracht werden, weitere 50 000 saßen noch fest, allein 27 000 in der am schlimmsten betroffenen Region um den Shiva-Tempel im Himalaya-Ort Kedarnath.

In Dehradun, der Landeshauptstadt von Uttrakhand, demonstrierten am Freitag Hunderte Menschen, die nach ihren Angehörigen suchten. Sie warfen der Regierung vor, mit den Evakuierungen zu langsam voranzukommen. Oft kamen nur kleine Hubschrauber zum Einsatz, mit denen maximal vier bis fünf Gestrandete in Sicherheit gebracht werden konnten.

AP/dpa

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