Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt zurück

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Bischöfe sagen Hungertod den Kampf an

München - Eine Milliarde Menschen in der Welt hungern, Millionen sterben. Die katholische Kirche in Deutschland weist auf das Elend hin und will damit auch Änderungen voranbringen.

Im Kampf gegen den Hunger in der Welt wollen die katholischen Bischöfe Politik, Wirtschaft und Bürger aufrütteln. “Es ist ein Skandal, dass eine Milliarde Menschen hungern und jeden Tag 30 000 an Hunger sterben. Das ist ein Skandal und nicht ein Schicksal“, sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Dienstag in München bei der Vorstellung einer Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz. Die Bischöfe wenden sich darin gegen Spekulationen auf Nahrungsmittel, den Ausverkauf von Land in der Dritten Welt, ungerechte Subventionen und die Energiegewinnung durch Nahrungspflanzen. Zugleich verlangen sie nachhaltiges Wirtschaften und eine Förderung kleinbäuerlicher Strukturen.

“Der Hunger in der Welt kann überwunden werden, wenn wir entsprechende Maßnahmen einleiten“, sagte Schick. Würden alle Beteiligten an einem Strang ziehen, könne der Hunger in 30 Jahren überwunden werden, schätzte Schick. Er leitet in der Bischofskonferenz die Kommission Weltkirche.

Die Bischöfe stützen sich auf eine Studie ihrer Expertengruppe Weltwirtschaft und Sozialethik, die auf rund 70 Seiten Aspekte zum Welthunger beleuchtet. Der Vorsitzende der Gruppe und Präsident der Hochschule für Philosophie München, Johannes Wallacher, sagte, in erster Linie sei Hunger nicht Folge von Missernten, sondern von politischen und ökonomischen Fehlentwicklungen - in den betroffenen Ländern, aber auch auf internationaler Ebene.

Schick verlangte auch eine größere Wertschätzung von Lebensmitteln. “Dass bei uns ein Drittel der Nahrungsmittel weggeworfen wird, trägt mit zum Skandal bei.“ Er rief dazu auf, das Tischgebet in den Familien wieder einzuführen. Das könne von Kindheit an das Bewusstsein schärfen und so zu Veränderungen beitragen. Mit Blick auf die Inhalte der Erklärung räumte Schick ein: “Wir sagen nichts grundsätzlich Neues, aber auch Wiederholungen sind wichtig.“

dpa

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