+
Die Meteorologen rechneten mit gefährlicher Brandung entlang der Küste und Erdrutschen im Landesinneren.

"Tomas" wird vor Haiti zum Hurrikan

Port-au-Prince - Mit Windgeschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern hat der Wirbelsturm “Tomas“ am frühen Freitagmorgen den Süden Haitis erreicht. Es werden Überflutungen befürchtet.

Wie das US-Hurrikanzentrum in Miami am Morgen berichtete, hatte das Tief kurz zuvor über dem warmen Wasser der Karibik Kraft getankt und war zu einem Hurrikan der Stufe 1 geworden. Das rund 60 Kilometer große Sturmzentrum schob sich an der Südwestspitze Haitis vorbei in Richtung Norden auf den Osten Kubas und die Bahamas zu. Vor allem im Südwesten Haitis zwischen den Städten Les Cayes und Jacmel werden schwere Regenfälle und Überflutungen befürchtet.

Haiti Anfang 2010: Der Kampf ums Überleben

Haiti: Der Kampf ums Überleben

In der 280 Kilometer entfernten Hauptstadt Port-au-Prince herrschte in der Nacht völlige Windstille, dann setzten starke Windböen ein. Es regnete seit Donnerstagabend unaufhörlich. Regierung und die in dem Karibikstaat stationierte UN-Mission Minustah befürchteten, dass vor allem die tiefliegenden Slums und teilweise auch die Zeltstädte der Opfer des verheerenden Erdbebens vom Januar durch den Sturm verwüstet werden könnten.

Der Flughafen war bereits am Donnerstagabend vorsorglich für den zivilen Luftverkehr geschlossen worden. Die USA waren nach Angaben der UN bereit, im Notfall erneut - wie schon im Januar - vorübergehend die Kontrolle über den Flughafen-Tower zu übernehmen, um die Hilfe von dort aus zu steuern. Der Chef der UN-Mission Minustah, Edmond Mulet, sagte der Nachrichtenagentur dpa, es sei zu befürchten, dass Haiti vom Wirbelsturm “Tomas“ schwer getroffen wird.

Der höchste UN-Repräsentant in Haiti sagte weiter, dass die Wassermengen viele Straßen und Brücken zerstören könnten, darunter auch die Strecke in die benachbarte Dominikanische Republik. Dann sei der Flughafen von Port-au-Prince die einzige Möglichkeit, um Hilfsgüter schnell ins Land zu bringen. Es seien daher bereits Schiffe mit Gütern aus den USA, Großbritannien und Frankreich nach Haiti unterwegs, sagte Mulet weiter. Außerdem sei ein in Puerto Rico stationierter Hubschrauber- Träger nach Haiti beordert worden und die Minustah habe Ingenieure und Bautrupps in den gefährdeten Gebieten im Landessüden in Stellung gebracht. Sie sollen im Falle von Zerstörungen schnell eingreifen.

In Port-au-Prince hatten sich die Menschen am Donnerstag mit Lebensmitteln eingedeckt. Die Schulen wurden geschlossen, vor allem, um auch Platz für Obdachlose zu schaffen. In Port-au-Prince und Umgebung leben immer noch über eine Million Erdbebenopfer in provisorischen Zeltlagern. Der Wirbelsturm war in der vergangenen Woche vor den Kleinen Antillen entstanden und hatte dort auf der Insel St. Lucia elf Menschen getötet.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zehntausende Haushalte in Irland nach Sturm "Ophelia" weiter ohne Strom
Nach dem Wirbelsturm "Ophelia" sind in Irland noch zehntausende Haushalte von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten.
Zehntausende Haushalte in Irland nach Sturm "Ophelia" weiter ohne Strom
Chinesisches Raumlabor stürzt ab: Warnung vor Trümmern
Seit mehr als einem Jahr kreist "Tiangong 1" unkontrolliert um die Erde und verliert an Höhe. Nicht alle Teile werden wohl beim Wiedereintritt in die Atmosphäre …
Chinesisches Raumlabor stürzt ab: Warnung vor Trümmern
Zwölf Jahre Haft für Falschfahrer auf der Autobahn
Für einen Falschfahrer-Unfall mit zwei Toten hat das Landgericht Aachen einen Mann zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Zwölf Jahre Haft für Falschfahrer auf der Autobahn
Sturm "Ophelia" erreicht Schottland
In Irland kostete "Ophelia" drei Menschen das Leben. Es herrschte Chaos, Hunderttausende wurden von der Stromversorgung abgeschnitten. Es könnte Tage dauern, bis die …
Sturm "Ophelia" erreicht Schottland

Kommentare