Hurrikan wütet über Jamaika - schwere Schäden - Kurs auf Mexiko

Mexiko-Stadt/Hamburg - Hurrikan "Dean" hat in der Nacht zu Montag auf der Karibikinsel Jamaika gewütet und schwere Schäden angerichtet. Riesige Wellen schlugen stundenlang an der Südküste hoch, Bäume wurden aus dem Boden gerissen, Hütten schwemmten davon. Das Krisenzentrum in der Hauptstadt Kingston war vorübergehend nicht erreichbar.

Im ganzen Land war vorsorglich der Strom abgestellt. Es herrschte Ausnahmezustand. In Mexiko, Belize und auf Kuba begannen die Menschen unterdessen, sich auf den herannahenden Sturm vorzubereiten. Der Reiseveranstalter TUI sagte wegen des Hurrikans alle Karibikreisen nach Mexiko und Jamaika bis einschließlich Freitag ab; betroffen seien einige hundert Menschen.

Mit 32 Stundenkilometern zog der Sturm von Jamaika weiter in Richtung Westen, im Inneren rotierte "Dean" mit bis zu 230 Kilometern pro Stunde. Der Sturm erreichte zunächst die zweithöchste Warnstufe 4. Meteorologen rechneten damit, dass die Windgeschwindigkeiten noch zunehmen werden. "Nach den neuesten Daten erreicht der Mittelwert in Zentrumsnähe bis zu 240 Stundenkilometern mit Spitzenböen bis fast 300 Kilometer pro Stunde", sagte Hurrikanexperte Thomas Sävert vom Wetterdienst Meteomedia. Die Wetterbedingungen sprächen dafür, dass "Dean" noch an Gewalt zulegen werde und dann die Stufe 5 erreiche.

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Besonders gefährlich wird es nach Einschätzung des Meteorologen vor allem wegen der zu erwartenden Sturmflut an den Küsten von Mexiko und Belize. Dort sei mit meterhohen Wellen zu rechen, zudem werde der Wind voraussichtlich starke Schäden anrichten.

Der mexikanische staatliche Ölkonzern Petroleos Mexicanos (Pemex) hatte wegen des heranrückenden Hurrikans bereits am Sonntag mit der Teilevakuierung der Erdölförderplattformen vor der Küste des Staates Campeche im Golf von Mexiko begonnen. Insgesamt sollten bei der Aktion 13 360 Arbeiter vorsorglich in Sicherheit gebracht werden, teilte das Unternehmen mit. Sollte der Sturm tatsächlich mit voller Wucht über das Fördergebiet hinwegziehen, werden auch die restlichen Arbeiter die Plattformen verlassen.

Die US-Raumfähre "Endeavour" beendete am Sontag einen Tag früher als geplant ihre Weltraummission, da der Hurrikan "Dean" auch den geplanten Landeort Cape Canaveral (Florida) und das Kontrollzentrum der US-Weltraumbehörde NASA in Houston (Texas) bedrohen könnte. Die "Endeavour" mit ihrer Besatzung von sieben Astronauten soll nun am Dienstag um 18.29 Uhr (MESZ) in Florida landen.

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