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Hustensaft sorgt für 60 Todesfälle in Gambia: WHO prüft andere Länder

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Flüssige Medizin wird auf einen Löffel gegeben.
Hustensaft wird auf einen Löffel gegeben. (Symbolbild) © Imago

Die WHO hat eine Warnung vor verunreinigten Medikamenten eines indischen Herstellers herausgegeben. Mindestens 66 Kinder seien an den Folgen der Einnahme von Husten- und Erkältungssäften verstorben.

Banjul - Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt nach Dutzenden Todesfällen bei Kindern in Westafrika vor dem Einsatz von vier verunreinigten Medikamenten eines indischen Herstellers. Die in Gambia vertriebenen Husten- und Erkältungssäfte stehen nach WHO-Angaben im Verdacht, akutes Nierenversagen auszulösen und den Tod von mehr als 60 Kindern verursacht zu haben, wie die WHO am Mittwoch in Genf mitteilte.

Die gambischen Gesundheitsbehörden riefen ebenfalls dazu auf, die in Verdacht stehenden Husten- und Erkältungssäfte nicht mehr zu verschreiben. Ihren Angaben zufolge waren die vom Nierenversagen betroffenen Kinder unter fünf Jahre alt. Das Gesundheitsministerium und das Rote Kreuz des westafrikanischen Landes haben einem Bericht zufolge zahlreiche Helfer mobilisiert, die von Tür zu Tür gehen, um die verdächtigen Medikamente sicherzustellen.

WHO gibt Medikamente-Warnung heraus: Hustensaft soll verunreinigt sein - mindestens 66 Tote

Die WHO untersucht nach eigenen Angaben den Vorfall in Zusammenarbeit mit der Herstellerfirma Maiden Pharmaceuticals Limited und indischen Behörden. Es sei nicht auszuschließen, dass die infrage stehenden Medikamente auch in weiteren Ländern verwendet wurden.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der WHO, sagte dazu am Mittwoch: „Die WHO hat heute eine Warnung vor vier kontaminierten Arzneimitteln herausgegeben, die in Gambia identifiziert wurden und möglicherweise mit akuten Nierenschäden und 66 Todesfällen bei Kindern in Verbindung gebracht werden.“ Und weiter: „Der Verlust dieser jungen Menschen ist für ihre Familien mehr als herzzerreißend“. Ghebreyesus mahnte in seinem Statement zur Vorsicht und rief alle Länder dazu auf, „diese Produkte aufzuspüren und aus dem Verkehr zu ziehen, um weiteren Schaden von Patienten abzuwenden“.

Video: WHO untersucht indischen Hustensaft nach dem Tod von 66 Kindern in Gambia

In Gambia wurden Krankenhäuser bereits am 9. September dazu aufgefordert, keinen Paracetamol-Sirup mehr zu verwenden. Ermittler hatten einen Monat zuvor den Tod von mindestens 28 Kindern im Alter von fünf Monaten bis vier Jahren durch akutes Nierenversagen gemeldet. (dpa/fmü)

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