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Tankstellen-Mord: Täter hatte Waffe wohl vom Vater - dahinter verbirgt sich offenbar ein weiteres Drama

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Von: Marc Dimitriu

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Bewaffneter erschießt Angestellten einer Tankstelle
Ein Polizist sichert eine Tankstelle in Idar-Oberstein. © Christian Schulz/Foto Hosser/dpa/Archivbild

Neue Entwicklungen im Fall von Idar-Oberstein. Mutmaßlicher Täter bekam Waffe wohl von Vater. Behörden schweigen.

Idar-Oberstein - Nach dem Tankstellen-Mord von Idar-Oberstein geraten immer mehr Details ans Licht. Ein 49-Jähriger erschoss vor wenigen Tagen einen 20-jährigen Studenten, der als Kassierer in einer Tankstelle arbeitet. Der Grund sei laut dem mutmaßlichen Täter, dass der junge Mann ihn auf die Maskenpflicht hingewiesen hätte. Mit dem Mord wollte er ein Zeichen gegen die Corona-Maßnahmen setzten. Die Tat hat auch Auswirkungen auf Tausende Angestellte, die nun in Angst leben.

Mord von Idar-Oberstein: Mutmaßlicher Täter hatte Waffe wohl von seinem Vater

Die Polizei geht bereits Hinweisen nach, wonach sich der 49-Jährige im Internet radikalisiert haben soll. Dort soll er auf Twitter Accounts aus dem rechten und Querdenker-Milieu gefolgt haben. Nun gibt es neue Hinweise über die Herkunft der Tatwaffe.

Diese habe der mutmaßliche Täter, vor einigen Jahren von dessen Vater erhalten haben können. Das ergaben Recherchen des SWR. Der Vater soll früher mehrere Waffen besessen haben. Wohl auch illegale. Mit einer seiner Waffen hatte der Vater, der ebenfalls in der Nähe von Idar-Oberstein wohnte, im März 2020 Suizid begangen. Offenbar hatte er davor versucht seine Ehefrau zu töten.

Tankstellen-Mord von Idar-Oberstein: Wie gelangte die Waffe in den Besitz des Täters? Behörden schweigen

Die Polizei soll im Zusammenhang mit der Tat mehrere Waffen beschlagnahmt haben. Wie und wann genau Tatwaffe in die Hände des 49-jährigen Schützen gelangt ist, ist unklar. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Bad Kreuznach wollte sich gegenüber dem SWR dazu nicht äußern. Die Herkunft der Waffe werde derzeit noch überprüft. Ein mögliches Versagen der Behörden im Zusammenhang mit den Waffen könnte weitere Brisanz in den Fall bringen. (md)

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de

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