Ig-Nobelpreise

Studie zur Pinkeldauer von Säugetieren ausgezeichnet

Boston - Warum pinkeln fast alle Säugetiere etwa 21 Sekunden lang? An welcher Stelle des Körpers tut ein Insektenstich am meisten weh? Für diese und andere Fragen wurden heuer die Ig-Nobelpreise verliehen.

Renommierte Wissenschaftler haben sich mit abwegigen Fragen beschäftigt - und sind dafür in der Nacht zum Freitag an der US-Eliteuniversität Harvard mit Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet worden.

Ein Team um Patricia Yang aus den USA bekommt die Auszeichnung in der Sparte Physik, weil es herausfand, dass fast alle Säugetiere ihre Blase innerhalb von 21 Sekunden - oder bis zu 13 Sekunden schneller oder langsamer - leeren. „Wir nennen es das „Gesetz des Urinierens““, erklären die Wissenschaftler auf der Bühne - und drücken der nörgelnden Miss Sweetie Poo zur Bestechung ein Kuscheltier in die Hand, als sie sich über die lange Dankesrede beschwert.

Die Auszeichnungen sollen „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“ und belohnen Forschung, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregt“. Die klamaukig-schrille Preisgala mit mehr als 1000 Zuschauern, die bereits zum 25. Mal stattfand, hat längst Kult-Status und ist stets lange im Vorfeld ausverkauft.

Ein Ig-Nobelpreis (Ig ist ein Wortspiel, das auf den englischen Ausdruck „ignoble“ zurückgeht und etwa „unwürdig“ bedeutet) geht auch an mehrere Forscher unter anderem aus Japan und der Slowakei. Sie hatten sich mit Auswirkungen und Nutzen von intensivem Küssen beschäftigt haben. „Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, war das ziemlich harte Arbeit“, sagte Wissenschaftlerin Jaroslava Durdiaková in ihrer Dankesrede. Mark Dingemanse aus den Niederlanden und seine Kollegen werden für die Entdeckung geehrt, dass das Wort „huh?“ (hä?) scheinbar in allen Sprachen der Welt vorkommt - und auch dafür, dass sie nicht wissen, warum das so ist.

Die Wissenschaftler Elisabeth Oberzaucher und Karl Grammer von der Universität Wien bekommen einen Ig-Nobelpreis für den Versuch auszurechnen, ob der marokkanische Sultan Mulai Ismail zwischen 1697 und 1727 wirklich 888 Kinder gezeugt haben kann, wie es in Überlieferungen heißt. „Das ist wirklich eine Menge Arbeit“, sagt Oberzaucher. „Er müsste jeden Tag seines Lebens ein- bis zweimal Sex gehabt haben.“ Forscher um Diallah Karim aus Großbritannien werden geehrt, weil sie entdeckt haben, dass eine akute Blinddarmentzündung korrekt diagnostiziert werden kann anhand der Größe des Schmerzes der auftritt, wenn der Patient über eine Schwelle zur Geschwindigkeitsbegrenzung gefahren wird.

Michael L. Smith von der Cornell University in den USA bekommt den Preis, weil er sich von Bienen stechen ließ, um herauszufinden, wo es am wenigsten weht tut (Kopf, mittlere Zehenspitze, Oberarm) und wo am meisten (Nasenflügel, Oberlippe, Penis).

Die Auszeichnungen sollen „das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“ und belohnen Forschung, die „erst zum Lachen und dann zum Denken anregt“. Die klamaukig-schrille Preisgala mit mehr als 1000 Zuschauern, die bereits zum 25. Mal stattfand, hat längst Kult-Status und ist stets lange im Vorfeld ausverkauft.

dpa

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