Internationaler Haftbefehl

Mutmaßlicher Ikea-Räuber gefasst: Tatverdächtiger ist kein Unbekannter - Erste Details bestätigt

Die Überfälle auf Geldtransporter vor zwei Ikea-Filialen und am Flughafen Köln-Bonn waren brutal und folgten einem Muster. Die Polizei konnte nun einen Verdächtigen festnehmen. Er ist kein Unbekannter.

  • Bei einem Schusswechsel vor einer Ikea-Filiale in Frankfurt wurde 2019 ein Geldbote schwer verletzt.
  • Nun wurde ein Verdächtiger festgenommen - er soll zudem zwei weitere Raubüberfälle begangen haben.
  • Bei dem dringend tatverdächtigen Mann soll es sich um keinen Unbekannten handeln.

Update vom 24. Februar, 14.30 Uhr: Drei Geldtransporter-Überfälle sollen auf das Konto des verurteilten Reemtsma-Entführers Thomas Drach gehen. Wie nun die Staatsanwaltschaft gegenüber der dpa erklärt, jedoch ohne den Namen des 60-Jährigen zu nennen, wird dem verurteilten Entführer auch vorgeworfen, mit einem Sturmgewehr in Köln einen Wachmann angeschossen zu haben.

Nach dem Überfall auf einen Geldtransporter im März 2019 am Flughafen Köln-Bonn wurde die Kalaschnikow-Waffe in einem ausgebrannten Fluchtwagen entdeckt. Warum man die Schüsse offenbar Drach und nicht einem seiner Komplizen zurechnet, erklärte die Staatsanwaltschaft nicht. Bei dem Überfall hatten die Räuber nach damaligen Angaben der Ermittler nur geringe Beute gemacht, laut Medienberichten 400 Euro. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Mittwoch berichtete, hat Drach eventuell auch in Frankfurt am Main beim Überfall auf einen Geldtransporter an einem Ikea-Möbelmarkt auf einen Wachmann geschossen und diesen verletzt. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch jedoch nicht. Insgesamt drei Taten sollen auf das Konto des verurteilten Entführers gehen. So soll Drach neben den Geldtransportern am Kölner Flughafen und am Frankfurter Möbelhaus einen weiteren an einer Kölner Ikea-Filiale überfallen haben. Der 60-Jährige wurde mit europäischem Haftbefehl gesucht und am Dienstagmorgen in Amsterdam von einer Spezialeinheit festgenommen. Am Mittwoch sollte er einem Haftrichter vorgeführt werden.

Ikea-Räuber gefasst: Es soll sich um Reemtsma-Entführer Thomas Drach handeln

Update vom 23. Februar, 13.24 Uhr: Bei dem gefassten Verdächtigen (siehe Erstmeldung unten) handelt es sich nach dpa-Informationen um den verurteilten Reemtsma-Entführer Thomas Drach. Zuvor hatte bild.de berichtet.

Der Hamburger Millionärserbe Jan-Philipp Reemtsma wurde 1996 entführt. Nach zweijähriger Flucht wurde Drach in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires festgenommen. Seine Haft endete 2013.

Mutmaßlicher Ikea-Serientäter: Ermittler fassen Verdächtigen in Nachbarland

Unsere Erstmeldung vom 23. Februar: Köln - Er soll gleich an drei Geldtransporter-Raubüberfällen beteiligt gewesen sein. Nun hat die Polizei in den Niederlanden einen Haftbefehl gegen einen 60-jährigen Mann aus Deutschland vollstreckt. Ihm werde gemeinschaftlicher schwerer Raub in drei Fällen und ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag mit.

In welcher niederländischen Stadt die Polizei ihn an diesem Morgen festnahm, teilte sie zunächst nicht mit.

Raubüberfall vor Ikea-Filiale in Frankfurt: Täter verwunden Geldboten schwer

Die Überfälle auf Geldtransporter wurden demnach im März 2018 (vor einer Ikea-Filiale) und im März 2019 in Köln und im November 2019 in Frankfurt am Main, ebenfalls vor einer Ikea-Filiale, verübt. Bei dem Überfall am Flughafen Köln-Bonn im Jahr 2019 habe der 60-Jährige ein Maschinengewehr benutzt. Sowohl in Köln als auch in Frankfurt sei jeweils ein Geldbote durch Schüsse schwer verletzt worden.

In allen drei Fällen seien die Täter mit in den Niederlanden gestohlenen Autos und falschen Kennzeichen geflüchtet, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Die Autos seien unweit des Tatortes angezündet und die Flucht mit einem bereitstehenden zweiten Fahrzeug fortgesetzt worden.

Mutmaßlicher Ikea-Serientäter: Ermittler untersuchten mögliche RAF-Verbindungen

Vermutungen, dass ehemalige Mitglieder Rote Armee Fraktion (RAF) an den Taten beteiligt gewesen sein könnten, bestätigten sich laut Mitteilung in den Ermittlungen nicht. Gegen den 60-jährigen Deutschen hatte die Staatsanwaltschaft Köln einen europäischen Haftbefehl erlassen. Die Auslieferung des Mannes nach Deutschland sei bereits beantragt. (dpa/frs)

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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