+
Eine Biene auf einer Löwenzahnblüte. Deutschland ist Spitzenreiter bei der Bekämpfung der Bienenseuche Amerikanische Faulbrut. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Tierkrankheiten

Imker kämpfen erfolgreich gegen Faulbrut bei Bienen

Wenn ein Bienenstock von der Amerikanischen Faulbrut betroffen ist, kann das sein Todesurteil sein. Für Menschen ist die Bienenkrankheit ungefährlich. Die Verbraucher können aber dazu beitragen, dass die Bienen verschont bleiben.

Veitshöchheim (dpa) - Deutschlands Imker kämpfen erfolgreich gegen die Bienenseuche Amerikanische Faulbrut: "Deutschland ist Musterschüler, weil wir bezogen auf die Bienenvölker den geringsten Befall haben."

"Grund dafür ist unser gutes schnelles System gegen eine Ausbreitung der bösartigen Krankheit", sagte der Bienenexperte Stefan Berg von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim (Bayern) der Deutschen Presse-Agentur.

Die gefährliche Tierkrankheit ist meldepflichtig. Sobald ein Imker den Befall eines Bienenstocks meldet, wird in der Region ein Sperrbezirk ausgewiesen und alle Imker müssen sich beim zuständigen Veterinäramt melden. Es dürfen zudem keine Bienenvölker aus dem Sperrbezirk heraus- oder in ihn hineingebracht werden. Waben und Wachs sowie Futtervorräte dürfen nicht aus den Bienenbeständen herausgeholt werden.

In Deutschland kommt die Faulbrut daher selten vor. "Sie tritt im Ein-Prozent-Bereich auf", sagte Berg, Leiter des LWG-Fachzentrums für Bienen. "In anderen Ländern hat die Krankheit allerdings eine ganz andere Dimension. In Deutschland ist sie konstant da, nimmt aber nicht zu."

Für Menschen ist die Infektionskrankheit unbedenklich, für Bienen dagegen tödlich, weil es keine Selbstheilung gibt. Das Sporen bildende Bakterium befällt die Brut des Bienenstocks. Ohne eine umfassende Sanierung ist die Bienenseuche das Todesurteil des Stocks.

Hat ein Imker die Faulbrut auf seinem Stand, sagt das übrigens nichts über die Sauberkeit oder seine Kompetenz aus. "Die Faulbrut kann den Besten treffen", sagte Berg. Die Krankheit kann unbemerkt zwischen den Völkern weitergeben werden.

Außerdem haben es auch die Verbraucher selbst in der Hand. Da in Amerika nur die Bakterien mit Antibiotika bekämpft werden, bleiben dort die Sporen im Honig. Sie werden durch das Medikament nicht getötet. Kommen deutsche Bienen nun mit Honig aus Amerika in Kontakt - über ein unverschlossenes, nicht ausgespültes Honigglas in einem Glascontainer beispielsweise - können sie die gefährlichen Sporen in ihren Bienenstock tragen und sie so an die Brut weitergeben.

Leitfaden für Imker nach Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut

Infos der LWG zur Amerikanischen Faulbrut

Bienenseuchenverordnung

Infos zu aktuellen Sperrgebieten nach Ausbruch der Faulbrut

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Familiendrama in Italien: Mann erschießt Frau und feuert vom Balkon
Erst erschießt er seine Frau, dann feuert er vom Balkon und richtet die Waffe schließlich gegen sich selbst: In einer Kleinstadt in Süditalien ist es am Montag zu einem …
Familiendrama in Italien: Mann erschießt Frau und feuert vom Balkon
Vater postet dieses Bild von Tochter auf Facebook - kurz darauf ist sie tot
Wie kann ein Mensch nur so etwas machen? Zuerst postete ein Familienvater ein Bild seiner achtjährigen Tochter auf Facebook - keine Stunde später soll er sie getötet …
Vater postet dieses Bild von Tochter auf Facebook - kurz darauf ist sie tot
Strengere Richtlinien für US-Forschungsgelder
Forscher brauchen Geld, um klinische Studien durchführen zu können. In den USA bekommen sie das auch von der Gesundheitsbehörde NIH. Die führt jetzt aber strengere …
Strengere Richtlinien für US-Forschungsgelder
Mehr als hundert Hütten in französischem Skiort wegen Lawinengefahr evakuiert
Wegen hoher Lawinengefahr sind im bekannten französischen Skiort Chamonix beim Mont Blanc mehr als hundert Hütten evakuiert worden.
Mehr als hundert Hütten in französischem Skiort wegen Lawinengefahr evakuiert

Kommentare