Immer mehr Menschen in Deutschland leben mit HIV

Berlin - HIV ist in Deutschland nicht zu stoppen: Nach einer Schätzung des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) haben sich im Jahr 2010 etwa 3000 Menschen mit HI-Virus angesteckt.

Damit leben bundesweit nun rund 70 000 Menschen mit der Immunschwächekrankheit. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren weiter steigen, teilte das RKI am Montag in Berlin mit. Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag.

Trotz vieler Aufklärungskampagnen liegen die Infektionszahlen ähnlich hoch wie in den Vorjahren. Am häufigsten stecken sich weiterhin homosexuelle Männer neu mit HIV an. Die Zahl liegt nach RKI-Schätzungen 2010 bei rund 2200 Fällen. Doch auch heterosexuelle Kontakte fallen ins Gewicht (580 Fälle). Dagegen liegen die Ansteckungszahlen durch Drogengebrauch eher niedrig (170 Fälle). HIV ist eine meldepflichtige Erkrankung. Die Schätzungen des RKI beruhen auf Meldungen von Ärzten und Hochrechnungen aus dem Datenbestand.

Vor allem dank verbesserter Medikamente leben inzwischen rund 70 000 Menschen in Deutschland mit dem HI-Virus. Diese Zahl werde in den kommenden Jahren kontinuierlich ansteigen, heißt es im jüngsten RKI-Bulletin. Denn die Infektionszahlen liegen deutlich höher als die Todesfallzahlen. Rund 550 HIV-Patienten starben 2010 an Aids, ähnlich viele wie in den Vorjahren. Zum Vergleich: Mitte der 90er Jahre starben in Deutschland bis zu 2500 Menschen pro Jahr an Aids.

HIV ist heute überwiegend zu einer chronischen Krankheit geworden. Sie ist jedoch nach wie vor nicht heilbar. Sexuell übertragbare Erreger wie die Syphilis begünstigen eine Ansteckung mit HIV.

Rund 40 000 HIV-Positive erhalten in Deutschland bereits eine Medikamenten-Therapie. Der Trend gehe dahin, nach einer Diagnose wieder früher mit einer Behandlung zu beginnen als in den vergangenen Jahren, heißt es beim RKI. Die Medikamente haben aber oft starke Nebenwirkungen und sind teuer. Nach Angaben von Ärzten kosten sie pro Patient rund 2000 Euro im Monat.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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