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"Immer neue Verletzte"

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- Wunibald Bischoff vom Schwabinger Krankenhaus ist seit gestern in Phuket. Als Einsatzleiter von fünf Teams vom Trauma- und Notfallzentrum der Münchner Klinik bereitet er die Rückreise Überlebender aus dem Katastrophengebiet in Südostasien vor.

Herr Bischoff, wie helfen Sie den Opfern?

Bischoff: Wir suchen in den Krankenhäusern nach deutschen Verletzten, inzwischen auch nach Touristen aus ganz Europa. Je nach Verletzungsgrad entscheiden wir, wer mit der nächsten Maschine nach Deutschland muss und wer noch länger bleiben kann. Viele wollen nicht gehen. Hier liegt ein schwer verletztes deutsches Ehepaar, das seine 12-jährige Tochter vermisst. Sie wollen nicht weg, bis ihr Kind gefunden ist. Tot oder lebend.

Sind Bayern unter den Patienten?

Bischoff: Bis jetzt waren noch keine Münchner oder Bayern dabei. Es werden aber immer wieder neue deutsche Verletzte eingeliefert. Heute haben wir 15 Deutsche betreut.

Gibt es Hoffnung, dass die Vermissten lebend wieder auftauchen?

Bischoff: Das kann ich nicht beurteilen. Man hat mir gesagt, dass über den Stränden ein Leichengeruch liegt. Unter den Opfern sollen viele Kinder sein.

Können Sie selbst Angehörigen bei der Suche nach Vermissten helfen?

Bischoff: Angehörigen von Vermissten aus München haben uns Fotos ihrer Lieben mitgegeben. Wir tun, was wir können.

Haben die Krankenhäuser in Phuket die Lage im Griff?

Bischoff: In großen Krankenhäusern ist die Betreuung der Patienten ausgezeichnet. Die kleinen Häuser haben Schwierigkeiten, aber sie tun ihr Möglichstes.

Feiern Sie Silvester?

Bischoff: Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich selbst feiere sowieso seit Jahren nicht mehr. Und die anderen sind möglicherweise zu erschöpft.

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