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Immer neue Waldbrände auf iberischer Halbinsel

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- Madrid/Lissabon - Auf der Iberischen Halbinsel gehen immer mehr Wälder in Flammen auf. Während das verheerende Feuer bei Guadalajara in Mittelspanien nach fünf Tagen unter Kontrolle gebracht werden konnte, brach am Donnerstag nahe Huesca im Norden des Landes ein weiterer Brand aus. Dutzende Feuerwehrleute und sechs Löschflugzeuge waren im Einsatz, wie die Behörden mitteilten. Das Feuer sei vermutlich durch Funkenflug an den Rädern eines Zuges ausgelöst worden. Im benachbarten Portugal kämpften zur gleichen Zeit landesweit fast 1800 Feuerwehrleute gegen sieben Waldbrände an. Beide Länder leiden unter der größten Dürre seit Jahrzehnten.

Nach heftiger Kritik im Zusammenhang mit dem Waldbrand bei Guadalajara erklärte die Umweltministerin der Region Kastilien-La Mancha ihren Rücktritt. Rosario Arávalo teilte mit, sie übernehme die politische Verantwortung für die Katastrophe, bei der am Sonntag elf Forstarbeiter getötet worden waren. Vorwürfe, die Behörden hätten zu spät reagiert, wies sie aber zurück. Es werde noch mehrere Tage dauern, bis der Brand, der vermutlich von einem Grillfeuer ausgelöst wurde, vollständig gelöscht sei, hieß es. Die Flammen vernichteten über 13 000 Hektar Kiefernwald. Dies entspricht der Größe von 17 000 Fußballfeldern oder in etwa der Fläche von Bonn.Einer der Brände in Portugal erfasste auch den bei Wanderern beliebten Naturschutzpark Serra da Estrela (Sterngebirge) im Distrikt Guarda. Die Flammen wüteten an vier Fronten, teilten die Behörden mit. Dutzende Einwohner der Gegend mussten auf der Flucht vor dem Feuer ihre Häuser verlassen. Weiter südlich nahe Castelo Branco drohte ein Brand auf Spanien überzugreifen. In dem Dorf Alvaiázere nördlich des Wallfahrtsortes Fátima war bei einem anderen Feuer ein 74-Jähriger ums Leben gekommen.Die Feuersbrünste in Portugal haben bereits rund 40 000 Hektar Wald zerstört - eine Fläche so groß wie Köln. Der wirtschaftliche Schaden durch die Brände und die Dürre wird auf zwei Milliarden Euro geschätzt.

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