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Verwüstungen des Erdbebens in Nordjapan sind in Onagawa Präfektur Miyagi) sichtbar.

Immer noch tausende Vermisste in Japan - Neue Nachbeben

Tokio - Abseits des Katastrophen-AKW in Fukushima gehen drei Wochen nach dem gewaltigen Erdbeben die Aufräumarbeiten weiter. Viele Überlebende harren in Notlagern aus. Ein weiteres schweres Nachbeben erschüttert die verwüstete Region.

Die Katastrophenregion im Nordosten Japans ist erneut von einem starken Nachbeben erschüttert worden. Der Erdstoß hatte am Donnerstag eine Stärke von 6,0, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Rund drei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben vom 11. März mit der Stärke 9 gehen die Aufräumarbeiten weiter. Tausende Menschen werden noch vermisst. Etwa 11 400 Tote wurden bis Donnerstag gezählt.

Am Samstag reist Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nach Tokio. Er besucht derzeit China. Mit dem Abstecher nach Japan wolle er Deutschlands Solidarität mit dem schwer getroffenen japanischen Volk zum Ausdruck bringen.

Viele Überlebende der Beben- und Tsunami-Katastrophe harren weiter in Notlagern aus. Vor allem für die vielen alten Menschen ist es immer anstrengender, auf den harten Lagern in den Notunterkünften zu schlafen. In der Region regnet es immer wieder. Die Temperaturen liegen morgens immer noch um den Gefrierpunkt.

Fukushima: Luftaufnahmen der AKW-Katastrophe

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Es werden zwar inzwischen Notbehausungen gebaut. Sie reichen aber noch nicht aus. Viele alte Menschen wollen auch dafür nicht ihre Heimatorte verlassen, weil sie befürchten, aus ihren sozialen Gemeinschaften gerissen zu werden.

Auch Japans Kaiser Akihito steht den Opfern der verheerenden Naturkatastrophe im Nordosten des Landes mit Gesten der Solidarität bei. Erstmals traf er nun auch direkt mit Überlebenden zusammen. Zusammen mit seiner Frau Michiko nahm sich der Monarch eine Stunde Zeit, um in der Budokan-Halle der Hauptstadt rund 290 Flüchtlingen Trost zu spenden. Um auf gleicher Augenhöhe mit den Menschen zu sprechen, kniete sich der 77-jährige Kaiser vor den Opfern hin.

Die Region war am 11. März von einem Beben der Stärke 9,0 und einem verheerenden Tsunami zerstört worden. Die Zahl der offiziell für tot erklärten Opfer stieg am Donnerstag auf mehr als 11 400. Weitere 16 500 Menschen werden noch vermisst.

dpa

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