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Coronavirus: Impf-Plan für Deutschland steht - doch an der Reihenfolge gibt es Kritik

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Von: Jennifer Lanzinger

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Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze.
Der Corona-Impfstoff könnte schon bald an die ersten Personen verteilt werden (Symbolbild). © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Das Coronavirus greift weiter um sich, ein Impfstoff wird jedoch vermutlich schon bald zur Verfügung stehen. Nun enthüllt ein Plan, wer genau als erstes Zugang zu dem Mittel bekommen könnte.

Update vom 8. Dezember 2020, 14 Uhr: In einigen Wochen könnten erste Impfstoffe gegen das Coronavirus da sein. Jedoch nicht genug für alle Impfwillige. Am Montag legte die zuständige Kommission (STIKO) genauere Vorschläge für eine Reihenfolge vor, über die vorab berichtet worden war (siehe Erstmeldung).

Zum Start der Corona-Impfungen in Deutschland sollen Ältere über 80, Pflegeheimbewohner und bestimmtes Personal mit hohem Infektionsrisiko voraussichtlich zuerst zum Zug kommen können. Wie aus dem Entwurf hervorgeht, entspricht dies knapp 8,6 Millionen Menschen. Dazu können Länder und medizinische Fachgesellschaften bis Donnerstag Stellung nehmen. Grund für eine Prioritätensetzung ist, dass zum möglichen Auftakt von Impfungen zu Beginn des neuen Jahres nur kleinere Impfstoffmengen erwartet werden.

Nach der ersten Gruppe mit „sehr hoher“ Priorität sollen weitere Gruppen mit besonderen Risiken vorrangig geimpft werden.

„Das zunehmende Alter ist der unabhängige Faktor, der mit Abstand die höchste Risikoerhöhung mit sich bringt“, heißt es in dem Entwurf. Vorerkrankungen und eine Schwangerschaft spielten im Vergleich dazu eine untergeordnete Rolle.

Corona-Impfungen in Deutschland: Entwurf der STIKO stößt auf Kritik

Mehr als acht Millionen Menschen scheinbar gleichberechtigt bei der Priorität auf Nummer eins zu setzen, könne nicht funktionieren, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der dpa. „Deshalb müssen zunächst die Pflegebedürftigen und Schwerstkranken die Chance auf eine Impfung bekommen. Erst danach sind Menschen an der Reihe, die in medizinischen und pflegerischen Bereichen arbeiten. An dritter Stelle gilt es, die systemrelevanten Berufe zu stellen.“

Einen Rahmen für den Vorrang besonders gefährdeter Gruppen hatte der Bundestag in einem kürzlich beschlossenen Gesetz abgesteckt. Es ist die Basis für die geplante Empfehlung der STIKO, die aber erst nach einer Zulassung des ersten Impfstoffs in Deutschland erfolgen soll. Endgültig festlegen soll die Impf-Prioritäten dann eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die noch im Dezember kommen soll.

Coronavirus: Impfstoff-Plan für Deutschland durchgesickert! Reihenfolge steht offenbar jetzt fest

Unsere Erstmeldung vom 7. Dezember:

Berlin - Seit fast einem Jahr hat das Coronavirus die Welt fest im Griff, nun könnte ein Impfstoff schon bald an die ersten Personen verteilt werden. Doch die aktuell wohl meist gestellte Frage dürfte schon bald beantwortet werden: Wer bekommt die begehrte Corona-Spritze zuerst? Die genaue Empfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) des Bundes will nun Bild erfahren haben. Demnach soll die Empfehlung noch am Montag an die Länder weitergereicht werden. Währenddessen steigt die Zahl der infizierten Personen weiter an.

Corona-Impfstoff: Wer bekommt das Mittel zuerst? Geheimer Impf-Plan durchgesickert

Es ist eine historische Aufgabe, die Bund und Länder in den nächsten Monaten zu meistern haben. Wann kann der Impfstoff an die Bevölkerung gerecht verteilt werden? Und wie lange dauert es, bis eine Herdenimmunität erreicht wäre? Einen solchen Plan scheint es nun zu geben, jedenfalls eine Empfehlung durch die STIKO. Am Montag soll er an die Länder und auch an wissenschaftliche Fachorganisationen verschickt werden, dies berichtet Bild weiter. Wie das Blatt weiter erfahren haben will, sollen diese und die Länder bis Ende der Woche Zeit haben um Stellung zu beziehen. Und eventuelle Änderungen anzuregen.

Corona-Impfstoff: Diese Personen sollen Vorrang haben

Drei Personengruppen sollen demnach bei der Impfstoff-Verteilung Vorrang haben. Neben medizinischem Personal sollen auch Personal aus allen Kliniken, Corona-Abstrichzentren und Mitarbeiter der Arzt-Praxen Zugang zu dem Impfstoff bekommen. Wie Bild berichtet soll es sich allein hierbei um etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland handeln. Außerdem sollen Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen und ihre Patienten zügigen Zugang zu dem Impfstoff erhalten. Hierbei soll es sich demnach um knapp 1,1 Millionen Menschen handeln. Auch ältere Risikopatienten oder chronisch Kranke sollen bevorzugt geimpft werden.

Corona in Deutschland: Auch andere Berufsgruppen sollen Zugang zum Impfstoff bekommen

Wie Bild weiter berichtet, sollen im nächsten Schritt weitere Berufsgruppen wie Mitarbeiter der Feuerwehr, Polizei aber auch Erzieher und sogar Verkäufer ebenfalls Zugang zu dem Impfstoff bekommen. Wie der Plan, den Bild nun veröffentlichte, weiter enthüllt, sollen demnach rund 10 Millionen Personen allein im ersten Quartal 2021 Zugang zu dem Impfstoff bekommen. Jede Person müsse jedoch zweimal geimpft werden.

Noch sind die Impfstoffe in Deutschland jedoch nicht zugelassen, einen endgültigen Plan könne es demnach erst ab der Zulassung geben. „Wir können noch nichts öffentlich empfehlen, was noch nicht zugelassen ist“, erklärte STIKO-Professor Thomas Mertens gegenüber Bild.

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