Corona-Impfstoff

Ugur Sahin von Biontech - der Mann hinter dem Impfstoffwunder

  • Stefan Sessler
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Das Mainzer Unternehmen Biontech gehört zu den großen Hoffnungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Als eines der ersten stürzten sich die Forscher darauf einen Corona-Impfstoff zu entwickeln. Hinter dem Projekt steht Firmengründer Ugur Sahin.

  • Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech macht in Corona-Zeiten Hoffnung.
  • Biontech hat den vielversprechenden Corona-Impfstoff BNT162b2 entwickelt.
  • Ugur Sahin ist der Mann hinter diesem Unternehmen.

München - Ugur Sahin*, der Firmenchef von Biontech, war schneller als fast alle Experten. Als noch die wenigsten Menschen auf der Welt je von Corona* gehört hatten, im Januar 2020, da traf der Sohn türkischer Einwanderer eine schwerwiegende Entscheidung: Er stellte die Forschung an Krebsimpfstoffen zurück – und konzentrierte sich auf Corona. Sahin und seine Frau Özlem Türeci gelten international als Pioniere der Krebsimmuntherapie.

Zuvor hatte Ugur Sahin einen Artikel in der Fachzeitschrift The Lancet gelesen, der sich einer neuen Lungenkrankheit aus China widmete. Der deutsche Wissenschaftler und Geschäftsführer Sahin (55) ahnte, dass sich eine Katastrophe zusammenbraute. So begann bei der Mainzer Firma das „Projekt Lightspeed“, Lichtgeschwindigkeit. Womöglich ist das der Vorsprung, den die Firma jetzt vor der Konkurrenz hat.

Mainzer Unternehmen Biontech: Im Januar 2020 stürzte sich Ugur Sahin in den Kampf gegen das Coronavirus

Biontech arbeitet bereits im zehnten Monat rund um die Uhr an einem Corona-Impfstoff. Biomediziner Sahin hat die inzwischen börsennotierte Firma aus seinem Labor an der Uni Mainz ausgegründet. Er hält heute noch 18 Prozent am Unternehmen – und ist mit Biontech schwer reich geworden. Biontech hatte schnell Partner ins Boot geholt und sich mit den US-Riesen Pfizer (USA) und Fosun Pharma (China) zusammengetan.  Der Börsenkurs schoss am Montag nochmals in die Höhe.

Ugur Sahin (r), Vorstandsvorsitzender des Biotechnologie-Unternehmens Biontech, und seine Frau Özlem Türeci, medizinische Geschäftsführerin von Biontech.

Die EU sicherte sich durch Vorverträge bereits 200 Millionen Impfdosen und eine Option auf weitere 100 Millionen. Die Bundesregierung stellte 375 Millionen Euro zum Aufbau von Produktionskapazitäten zur Verfügung. Wann wird der neue, vielversprechende Impfstoff von Biontech und Pfizer geliefert? Gesundheitsminister Jens Spahn ist sich sicher: zügig. Der EU-Deal steht (Stand: 10. November 2020).

Die Wurzeln von Biontech

Die Wurzeln von Biontech führen auch ins Tegernseer Tal – zu den Zwillingen Andreas und Thomas Strüngmann, die aus Rottach-Egern stammen. Die Brüder haben den Holzkirchener Generika-Hersteller Hexal gegründet und später an Novartis verkauft. Einen Teil des Erlöses steckten sie in Biontech. Das zahlt sich jetzt aus: Das „Strüngmann Family Office“ ist heute Mehrheitsaktionär. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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Rubriklistenbild: © Dominik Pietsch/ Biontech

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