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Polizisten untersuchen den Tatort.

Anschlag in Japan

US-Stützpunkt mit Raketenwerfern befeuert

Tokio - Zwei improvisierte Raketenwerfer sind auf einen US-Stützpunkt nahe der japanischen Hauptstadt Tokio abgefeuert worden. Unter Verdacht steht eine linksradikale Gruppierung.

Der Vorfall habe sich am Donnerstagabend gegen 23.30 Uhr nahe der US-Militärbasis Yokota ereignet, doch habe es keine Schäden gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Medienberichten zufolge wurde hinter der Tat eine linksradikale Gruppierung vermutet, die vor vier Jahren bereits einen ähnlichen Angriff verübt hatte.

Anwohner hätten die Polizei alarmiert, nachdem sie Explosionen gehört hatten, sagte der Polizeisprecher. Vor Ort fand die Polizei Stahlrohre, Kabel und Batterien vor. Die Projektile wurde zunächst aber nicht gefunden. Medienberichten zufolge waren die Rohre im Boden vergraben und wiesen in Richtung des Flugfelds von Yokota. Die US-Streitkräfte bestätigten den Fund eines "improvisierten Mörsers". Bisher seien aber keine Schäden auf dem Gelände der Basis entdeckt worden.

Jiji Press berichtete, zwar gebe es bisher kein Bekennerschreiben, doch verdächtige die Polizei linksradikale Gruppierungen. Laut dem Fernsehsender NTV konzentrieren sich die Ermittlungen auf eine Gruppe, von der am Donnerstag ein Führungsmitglied festgenommen worden war. Vor vier Jahren hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben, nachdem die Polizei Verstecke der Gruppe durchsucht hatte. Demnach handelt es sich um die Revolutionäre Arbeitervereinigung Anti-Mehrheitsfaktion.

Japans politische Szene ist überwiegend gemäßigt, doch bleiben Reste des Extremismus der 1960er und 1970er Jahre, als mehrere radikale rechte und linke Gruppierungen aktiv waren. Die berüchtigste Gruppe damals war die Vereinigte Rote Armee, die trotz ihrer geringen Größe wegen ihrer Brutalität zu Bekanntheit gelangte. Mit ihr verbunden war die Japanische Rote Armee, die vom Libanon aus mit palästinensischen Gruppen agierte und wiederholt Terrorangriffe verübte und Flugzeuge entführte.

Die USA haben fast 50.000 Soldaten mit ihren Familien in Japan stationiert. Die beiden Länder haben zwar ein Verteidigungsbündnis, doch ist die Präsenz der US-Soldaten zunehmend unpopulär. Besonders auf der südlichen Insel Okinawa, auf der der Großteil der Truppen stationiert ist, gibt es seit Jahren heftige Proteste. Grund sind unter anderem wiederholte Vergewaltigungen durch US-Soldaten. Gewaltsame Übergriffe auf die US-Truppen oder ihre Standorte sind aber selten.

Der Vorfall ereignet sich zudem inmitten erhöhter Spannungen zwischen Japan und China, das jüngst im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer eine "Luftverteidigungszone" in der Region ausrief. Peking erhebt seit Jahren Anspruch auf die von Tokio kontrollierte Inselgruppe, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt wird. Die chinesische Regierung entsendet immer wieder Kriegsschiffe in das Gebiet um die Inseln und provoziert damit ärgerliche Reaktionen in Tokio.

afp

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