Sie starb im Krankenhaus

Inder muss aufs Essen warten - Frau erschossen

Familientragödie in Indien: Weil sie das Abendessen zu spät servierte, hat ein 60-Jähriger in Ghaziabad bei Neu-Delhi seine Ehefrau (55) mit einem Pistolenschuss schwer am Kopf verletzt.

London - Die Frau starb wenig später in einem Krankenhaus, wie der britische Sender BBC am Montag berichtete. Laut Angaben der Polizei war der Mann alkoholkrank. Als er am Abend der Tat betrunken nach Hause kam, geriet er demnach in Streit mit seiner Gattin, die versuchte, ihn wegen seiner Sucht zur Rede zu stellen. „Aber er wollte stattdessen sofort sein Abendessen“, so die Polizei. Aus Frust über die Verzögerung habe der Mann dann die Pistole gezückt.

Seit über einem Jahrzehnt ist häusliche Gewalt in Indien das häufigste Verbrechen, das zur Anzeige gebracht wird. Im Jahr 2015 wurde laut dem Bericht der BBC statistisch gesehen alle vier Minuten ein solcher Vorfall gemeldet. Auch in anderen Ländern gebe es Gewalt gegen Frauen. Allerdings werde das Thema in Indien kaum öffentlich gemacht.

Eine Umfrage der Regierung unter Familien ergab demnach, dass 54 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen es gutheißen, dass ein Mann seine Frau schlägt, etwa wenn sie ihre Schwiegereltern nicht respektiert oder ihre Hausarbeit oder die Kinder vernachlässigt. Auch zu viel oder zu wenig Salz im Essen sei als Grund für Schläge genannt worden.

kna

Rubriklistenbild: © dpa

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