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An diesem Baum hatte man die zwei Cousinen erhängt gefunden.

Zweifel an Suizid-Theorie

Inderinnen doch nicht vergewaltigt und getötet?

Neu Delhi - Zwei an einem Mangobaum erhängte Cousinen in Indien sind nach neuen Erkenntnissen der Ermittler nicht wie zunächst angenommen vergewaltigt und ermordet worden. Doch stimmt diese Theorie?

Ein halbes Jahr nach der Entdeckung zweier Mädchenleichen im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh hat die zuständige Ermittlungsbehörde fünf vermeintliche Mörder und Gruppenvergewaltiger für unschuldig erklärt. Auf der Grundlage von 40 wissenschaftlichen Untersuchungen sei sie zu dem Schluss gekommen, "dass die zwei minderjährigen Mädchen nicht vergewaltigt und nicht ermordet wurden", erklärte die oberste Ermittlungsbehörde des Landes (CBI) am Donnerstag. Demnach haben sich die beiden zwölf und 14 Jahre alten Mädchen selbst an einem Baum erhängt.

Die Leichen der beiden Cousinen waren im Mai unweit ihres Hauses in dem nordindischen Dorf Katra Shahadatganj entdeckt worden. Die Polizei ging zunächst davon aus, dass die Mädchen von einer Gruppe Männer während eines nächtlichen Toilettengangs in einem Feld abgefangen, missbraucht und getötet worden waren. Ihre Familie beschuldigte mehrere Männer aus einer höheren Kaste. Fünf Verdächtige wurden festgenommen, binnen drei Monaten aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Zeitung "Hindustan Times" berichtete nun unter Berufung auf CBI-Chef Ranjit Sinha, die Cousinen hätten Suizid begangen, weil die Familie ihre Freundschaft zu einem Dorfbewohner missbilligt habe.

Frauenrechtsaktivisten bezweifelten umgehend die neuen Ermittlungsergebnisse. "Entscheidungen sollten nicht übereilt werden. Die CBI muss ihre Ergebnisse prüfen und Täter müssen bestraft werden", sagte die Vorsitzende der Delhi Commission für Women, Barkha Shukla, vor Journalisten.

Der Frauenverband All India Democratic Women's Association teilte mit, er erkenne die "Theorie" der Ermittler nicht an, viele Fragen seien noch immer "nicht beantwortet". "Sie versuchen die Wahrheit unter den Teppich zu kehren, um die mühselige Suche nach dem Mörder und seinen Motiven zu beenden", sagte eine Nachbarin der Familie, Premwati Devi, der Nachrichtenagentur AFP.

Der Fall der beiden Mädchen hatte international für Empörung gesorgt und viele Inder entsetzt. Der neue Regierungschef Narendra Modi hatte die fehlenden Toiletten zum Wahlkampfthema erhoben: Er versprach den Bau neuer Toiletten, damit Frauen und Kinder sich künftig nicht länger in die Büsche schlagen müssen.

AFP

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