News-Ticker zur Corona-Pandemie

Indien meldet weltweiten Corona-Rekordwert: Mehr als 300.000 Neuinfektionen an nur einem Tag

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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  • Kai Hartwig
    Kai Hartwig
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Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie bereitet vielen Ländern große Probleme. In Indien ist es besonders schlimm, dort wurde nun ein weltweiter Rekordwert vermeldet. Der News-Ticker.

  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Indien explodiert derzeit.
  • Am Donnerstag vermeldete das Gesundheitsministerium einen neuen Weltrekord bei täglichen Corona-Neuinfektionen. (siehe Update vom 22. April, 8.55 Uhr)
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fürchtet eine „Covid-Katastrophe“ durch die Ausbreitung der Corona-Mutation B.1.617. (siehe Erstmeldung)
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Hier finden Sie die Fortsetzung ab dem 22. April zur Corona-Pandemie in Indien.

Update vom 22. April, 8.55 Uhr: Die Corona-Lage in Indien spitzt sich weiter zu. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden 314.835 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. So viele Neuinfektionen binnen eines Tages hat noch kein anderes Land weltweit gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen in Indien stieg damit auf mehr als 15,9 Millionen. Zudem meldete das Gesundheitsministerium 2074 neue Corona-Todesfälle.

Die Corona-Zahlen in Indien explodieren. Nun wurde ein weltweiter Rekordwert bei den täglichen Neuinfektionen aufgestellt. (Archivbild)

Corona in Indien: Mindestens 22 Tote nach Sauerstoff-Panne

Update vom 21. April, 13.50 Uhr: In einem indischen Krankenhaus sind infolge eines undichten Sauerstofftanks mindestens 22 Corona-Patienten ums Leben gekommen. Der Austritt des überlebenswichtigen Gases habe die Versorgung von beatmeten Patienten in einem Krankenhaus der Millionenstadt Nashik nordöstlich der Finanzmetropole Mumbai unterbrochen, sagte ein Behördenmitarbeiter dem indischen Fernsehsender NDTV am Mittwoch.

Was genau zu dem Unfall führte, werde derzeit noch untersucht, sagte der Gesundheitsminister des Bundesstaates Maharashtra. Das betroffene Krankenhaus habe rund 150 Corona-Patienten behandelt, die auf künstliche Beatmung oder medizinischen Sauerstoff angewiesen waren, berichtete NDTV. Etliche seien in andere Kliniken verlegt worden.

Corona in Indien: Fast 300.000 tägliche Neuinfektionen

Update vom 21. April, 10.40 Uhr: Die Corona-Zahlen in Indien explodieren in den vergangenen Tagen. Am Mittwoch teilte das Gesundheitsministerium mit, dass die Behörden innerhalb eines Tages mehr als 2000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet haben. Zudem wurden rund 295.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Mehrere Staaten haben inzwischen Reisewarnungen für Indien ausgegeben - die USA selbst für bereits vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte - oder Flüge gestrichen.

Indien befinde sich „erneut in einem großen Kampf“, erklärte Regierungschef Narendra Modi am Dienstagabend in einer Ansprache an die rund 1,3 Milliarden Bürger seines Landes. Vor wenigen Wochen sei die Situation in Indien noch „unter Kontrolle“ gewesen, die neue Welle sei aber „wie ein Sturm“ gekommen.

Religiöse Zusammenkünfte, politische und sportliche Veranstaltungen sowie ein Mangel an Corona-Medikamenten und medizinischem Sauerstoff hatten die Corona-Lage in den vergangenen Wochen verschärft. Seit dem Beginn der Pandemie hat Indien insgesamt mehr als 15,6 Millionen Corona-Infektionen verzeichnet und ist damit nach den USA das am zweitschwersten betroffene Land der Welt.

Corona in Indien: Sechster Tag in Folge mit mehr als 200.000 Neuinfektionen

Update vom 20. April, 13.35 Uhr: Indien hat nun den sechsten Tag in Folge mehr als 200.000 Corona-Neuinfektionen registriert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden innerhalb von 24 Stunden insgesamt 259.000 neue Corona-Fälle erfasst. Zudem starben an einem Tag 1761 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19.

Das US-amerikanische Centers for Disease Control and Prevention hat seinen Bürgerinnen und Bürgern von Reisen nach Indien abgeraten - selbst wenn sie bereits vollständig geimpft sind. Hongkong hat ab Dienstag alle Flüge aus Indien für zwei Wochen gestrichen, nachdem inzwischen mindestens 49 Passagiere von einem Flug von Neu Delhi nach Hongkong am 4. April positiv auf das Coronavirus getestet worden sind.

In Indien meldete das Gesundheitsministerium nun den sechsten Tag in Folge mehr als 200.000 Corona-Neuinfektionen.

Update vom 20. April, 12.15 Uhr: In Indien sind die Corona-Fallzahlen in den vergangenen Tagen geradezu explodiert, mit zuletzt rund 270.000 registrierten Neuinfektionen pro Tag. Verantwortlich dafür ist wohl unter anderem die Ausbreitung der Virus-Variante B.1.617.

Die Variante trage zwei Mutationen an einem Oberflächenprotein, die von anderen unter Beobachtung stehenden Linien bekannt seien, erläuterte das RKI. Beide würden „mit einer reduzierten Neutralisierbarkeit durch Antikörper oder T-Zellen in Verbindung gebracht, deren Umfang nicht eindeutig ist“. Das heißt: Möglicherweise könnten Geimpfte und Genesene vor einer Ansteckung mit dieser Variante weniger gut geschützt sein.

Corona-Mutation B.1.617: Großbritannien setzt Indien auf „rote Liste“

Das indische Gesundheitsministerium hatte Ende März über die sogenannte Doppelmutante berichtet. In einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung hieß es, sie sei inzwischen in Ländern wie Deutschland, Australien, Belgien, Großbritannien, den USA oder Singapur zu finden. Eine höhere Übertragbarkeit sei nicht nachgewiesen. Einige Experten in Indien gehen jedoch davon aus, dass die Mutante zu den schnell steigenden Infektionszahlen in Indien beitragen könnte. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht bereits von einer „Covid-Katastrophe“ (siehe Erstmeldung).

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock kündigte an, Indien auf eine „rote Liste“ zu setzen. Reisende, die von Freitag an aus dem Land in Großbritannien eintreffen, müssen die vorgeschriebene zehntägige Quarantäne auf eigene Kosten in einem Hotel verbringen. In Großbritannien wurden nach Angaben vom Sonntag 77 Fälle der Corona-Mutation B.1.617 entdeckt. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Variante ansteckender ist als die bisher bekannten oder nicht auf Impfstoffe reagiere, teilte ein Kabinettsmitglied allerdings mit.

Corona-Mutation B.1.617: RKI stuft Virus-Variante noch nicht als „besorgniserregend“ ein

Update vom 20. April, 7.15 Uhr: Die neue Corona-Mutation aus Indien sorgt für Aufsehen. Während die Weltgesundheitsorganisation, das Robert-Koch-Institut und weitere Experten B.1.617 zurückhaltend bewerten, gibt sich SPD-Politiker Karl Lauterbach besorgt (siehe Erstmeldung).

Die Variante B.1.617 stehe derzeit unter Beobachtung, für eine Einstufung als „besorgniserregend“ fehle bislang „die entsprechende Evidenz“, teilte eine RKI-Sprecherin auf dpa-Anfrage mit. „In Deutschland sind insgesamt acht aus dem März stammende Sequenzen der Linie B.1.617 identifiziert worden.“

Erstmeldung vom 19. April, 17 Uhr:

Neu Delhi/Berlin - Das Coronavirus wütet weltweit. Nun hat sich die Lage im Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Erde dramatisch zugespitzt. In Indien meldete das Gesundheitsministerium innerhalb von nur 24 Stunden 274.000 neue Corona-Fälle.

Für den Staat mit über 1,3 Milliarden Einwohnern ist die aktuelle Situation äußerst bedrohlich. Das Gesundheitssystem arbeitet sowieso schon am Limit. Indiens Hauptstadt Neu-Delhi reagierte mit harten Maßnahmen und verhängte eine seit dem Montag (19. April) gültige Ausgangssperre. Sie soll für eine Woche bestehen bleiben.

Corona: Neuinfektionen in Indien steigen rasant - Johnson sagt Staatsbesuch ab

Die Zustände in dem Land sind katastrophal. Vielerorts mangelt es an Krankenhausbetten, medizinischem Sauerstoff und Medikamenten. Corona-Impfstoff steht ebenfalls nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung. Zudem mehren sich Berichte über angesichts der vielen Toten völlig überlastete Krematorien. Indien erfasste nach offiziellen Angaben von Montag an einem einzigen Tag 1619 Todesfälle, bei denen Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 verstarben.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson reagierte bereits auf die jüngsten Entwicklungen in Indien. Er sagte seinen geplanten Staatsbesuch vorerst ab. „Angesichts der aktuellen Coronavirus-Situation kann Premierminister Boris Johnson nächste Woche nicht nach Indien reisen“, hieß es am Montag aus der Downing Street. Johnsons Indien-Besuch soll zum Monatsende nachgeholt werden. Doch ob sich die Lage bis dahin entspannt hat?

Karl Lauterbach (SPD) warnt vor „Covid-Katastrophe“ durch Mutation B1.617

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt das offenbar nicht. Lauterbach äußerte sich auf Twitter höchst besorgt. Und glaubt, dass die Entwicklung dort auch Auswirkungen auf Europa haben kann. „In Indien bahnt sich Covid-Katastrophe an. Neue Mutation B1.617 setzt sich massiv durch, auch gegen B117. Da B1.617 sich auch bei Impfung durchsetzen kann, kommt auch auf Europa ein Problem zu. In England wächst B1.617 rasant, aber es ist noch unklar, ob dies nur Reisende sind“, schrieb Lauterbach.

Der Sozialdemokrat sieht die westlichen Industrienationen in der Pflicht, Indien und anderen Nationen unter die Arme zu greifen. Viele Nationen, vor allem die finanzschwachen Staaten, seien auf Hilfe angewiesen. „Fallzahlen explodieren in Indien und Mutationen werden auch andere ärmere Länder erreichen“, prophezeite Lauterbach in seinem Tweet. Und führte weiter aus: „Industrieländer sind moralisch in der Pflicht, auch ärmere Länder schnellstens mit Impfstoff zu versorgen. Technisch ist das möglich, ökonomisch und ethisch ein Muss.“

Bereits vor Wochen hatten sich Politiker von vier Bundestagsfraktionen auf Anfrage von Merkur.de* für mehr Impf-Unterstützung für Länder des globalen Südens ausgesprochen - und teils vor Problemen mit neuen Mutationen gewarnt, sollte das nicht geschehen. (kh)

Rubriklistenbild: © Rajanish Kakade/dpa

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