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Falsche Leiche begraben: Inderin erscheint auf ihrer eigenen Trauerfeier

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Von: Magdalena Fürthauer

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Indische Frauen im Sari
In Indien überraschte eine 72-Jährige ihre Familie auf der eigenen Trauerfeier. Ihr Sohn hatte anhand des traditionellen Saris ein Unfallopfer für seine Mutter gehalten. © IMAGO / Panthermedia / Zvonimir Atletic

Die Behörden hatten sie bereits für tot erklärt, als die 72-jährige Inderin ihre Familie überraschte. Wer nun wirklich zu Grabe getragen wurde, ist unklar.

Guduvanchery - Sowohl die 72-jährige Inderin als auch ihre gesamte Familie konnten vermutlich ihren Augen nicht trauen, als die Dame gesund und munter am Donnerstag zu ihrer eigenen Totenfeier erschienen ist. Wer nun die tatsächlich zu Grabe getragene Leiche ist, sei Gegenstand laufender Ermittlungen, wie die Tageszeitungen Times of India und New Indian Express berichten.

Indien: Falsche Leiche begraben - 72-Jährige erscheint auf eigener Trauerfeier

Die Geschehnisse gleichen „Szenen aus einem Bollywood-Film“, wie der New Indian Express schreibt. Chandra S. lebe seit dem Tod ihres Mannes bei ihrem ältesten Sohn Vadivelu im Südosten Indiens (Bundesstaat Tamil Nadu). Laut Polizeibericht leide die 72-Jährige des Öfteren an Depressionen und in diesem Zustand suche sie schon seit Jahren einen Tempel rund 22 Kilometer von ihrem Haus entfernt auf.

Eine solche Situation habe es auch am Montag, dem 19. September, gegeben. Daher habe Chandra S. einen kleinen Koffer gepackt, ihrer Familie Bescheid gesagt und sich auf den Weg gemacht, heißt es in der indischen Zeitung weiter. Am Weg selbst habe sie sich dann entschieden, noch weitere Gotteshäuser aufzusuchen. Weil sie einen Tag später noch immer nicht zurückgekehrt sei, habe die Familie eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

Indien: 72-Jährige als vermisst gemeldet - Sohn identifiziert Unfallopfer als Mutter

Verwandte hätten dem 48-jährigen Sohn noch am selben Abend erzählt, dass in der Nähe eine ältere Frau von einem Zug erfasst und getötet wurde, so die Times of India. Daraufhin habe er sich mit der zuständigen Polizei in Verbindung gesetzt, die ihn im Anschluss gebeten hätte, das Opfer im Leichenschauhaus von Guduvanchery womöglich zu identifizieren.

Und tatsächlich: Das Gesicht der Toten sei durch den Unfall bis zur Unkenntlichkeit verstellt gewesen, die traditionell-indische Kleidung sei für den Sohn jedoch Anhaltspunkt genug gewesen. „Weil ihr Sari ähnlich wie der seiner Mutter war, identifizierte er sie als seine Mutter“, so ein Polizeisprecher. Sehr viel schlimmer traf es allerdings ein Neugeborenes in Indien, das lebendig begraben wurde.

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Inderin erscheint auf eigener Trauerfeier - Identifikation der Toten läuft

Nach der vermeintlichen Identifikation sei die Leiche der Familie übergeben worden, um sie bestatten zu können. Gesagt - getan. Am Mittwoch habe man die Tote begraben, am Donnerstagmorgen sei die Familie noch einmal zusammengekommen, um einen speziellen Trauerritus - eine Form der Puja - zu verrichten.

Doch nicht nur die Verwandten erschienen offenbar zu diesem Anlass, auch Chandra S. soll während dieser Totenfeier nach drei Tagen heimgekehrt sein. Schon am Heimweg habe sie zu ihrer Verwunderung Bilder von sich und Texte, die sie für tot erklärt und den Weg zu ihrem Haus gesäumt hätten, gesehen.

Mittlerweile wurde die Leiche, die die Familie einen Tag zuvor begraben hat, laut den indischen Behörden wieder exhumiert. Nun werde versucht, die Identität der Toten zu klären. In Indien selbst sorgen jedoch im Moment Berichte über die „Tomatengrippe“ ebenfalls für viel Aufsehen. (mef/dpa)

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