Männlicher Nachwuchs deutlich begehrter

Indien: Fund von 19 toten weiblichen Föten in Abwasserkanal 

Neu Dheli - Im Westen Indien hat die Polizei mehre weibliche tote Föten entdeckt. Grund war die Untersuchung eines Todesfalls, bei der ein Mann seine Frau zur illegalen Abtreibung einer Tochter gezwungen hatte. 

Die Polizei hat in einem Abwasserkanal im westindischen Bundesstaat Maharashtra 19 abgetriebene weibliche Föten entdeckt. Die in Plastiksäcken verpackten Leichen der ungeborenen Mädchen seien am Sonntagabend in der Nähe einer Dorfklinik gefunden worden, sagte der regionale Polizeichef Dattatray Shinde am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Den grausamen Fund machten die Ermittler nach dem Tod einer jungen Frau während eines illegalen Schwangerschaftsabbruchs in der Klinik. In Indien ist männlicher Nachwuchs nach wie vor begehrter als weiblicher, da Söhne bis heute als Ernährer der Familie gelten, während Töchter wegen der hohen Mitgift bei ihrer Heirat eher als Last angesehen werden. Obwohl Tests zur pränatalen Geschlechtsbestimmung verboten sind, werden sie vor allem in den ländlichen Gebieten bis heute häufig vorgenommen.

Der Mann des 26-jährigen Abtreibungsopfers wurde nach Polizeiangaben festgenommen, da er seine Frau zu dem Eingriff gezwungen hatte. Der Arzt ist seitdem flüchtig. Beiden droht bis zu fünf Jahre Haft. Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2011 wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten in Indien bis zu zwölf Millionen Mädchen gezielt abgetrieben. Das Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Neugeborenen nimmt trotz aller Bemühungen der Behörden nur langsam ab. uach sind in vielen ländlichen Regionen Indiens sind Frauen deutlich weniger wert als Männer. Im Januar gab es einen Skandal, als bekannt wurde, das mehrere Polizisten im Bundesstaat Chhattisgarh bis zu 40 Frauen sexuell missbraucht haben sollen.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / Saikat Paul/P

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