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„Gefährlich, sich längere Zeit im Freien aufzuhalten“: Extremhitze in Indien - Experte warnt eindringlich

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Von: Yasina Hipp

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In Indien und Pakistan leiden derzeit Millionen Menschen unter einer extremen Hitzewelle. Ein deutscher Klimaforscher sieht dafür künftig nur eine Lösung.

Potsdam/Indien/Pakistan - Wassermangel, Stromausfälle und Feuer: Indien und Pakistan werden momentan von einer enormen Hitze heimgesucht, die die Bevölkerung an ihre Grenzen bringt. Temperaturen von um die 45 Grad sind in den beiden Ländern zwar keine Seltenheit - allerdings nicht schon Ende April und Anfang Mai. Die unerträgliche Hitze hat nicht nur für das alltägliche Leben katastrophale Folgen. In der Landwirtschaft in einigen indischen Bundesstaaten müssen große Einbrüche im Weizenertrag von zehn bis 35 Prozent hingenommen werden, wie The Economic Times berichtet. Für den Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf ist diese Hitzewelle erst der Anfang.

Klimaforscher Rahmstorf: „Hitze-Extreme werden weiter zunehmen“

Solche für uns Mitteleuropäer kaum vorstellbare Temperaturen, wie derzeit in Indien und Pakistan, könnten künftig immer häufiger auftreten. „Solange die globale Erwärmung weitergeht ist klar, dass auch die Hitze-Extreme weiter zunehmen werden“, sagt Rahmstorf, Leiter der Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Ein Ende der indischen Hitzewelle sei derzeit nicht absehbar, so der Experte gegenüber der dpa. Vielmehr werden in den dicht besiedelten Regionen Werte erreicht, „wo es wirklich gefährlich ist, sich längere Zeit im Freien aufzuhalten“. Die Thermometer könnten auf Werte von über 50 Grad Celsius steigen.

Auch die Weltgesundheitsorganisation für Meteorologie weist auf das Extremwetter in den beiden Ländern hin. Die Organisation schreibt auf Twitter: „Hitzewellen sind ein Zeichen des Klimawandels“. Dazu posten die Experten ein Foto, welches die Lufttemperaturen über dem Planeten zeigen. Indien und Pakistan aber auch der Oman und Teile Nordafrikas leuchten dabei neonpinkfarben, was die extremen Temperaturen deutlich widerspiegelt.

Klimawandel und extreme Hitze: Ausstoß von Treibhausgasen muss gesenkt werden

Angesichts der außergewöhnlichen Lage in Indien und Pakistan warnt Rahmstorf: „Wir müssen das Pariser Abkommen umsetzen, damit das Ganze nicht völlig aus dem Ruder läuft.“ Der Ausstoß von Treibhausgasen müsse dafür unbedingt gesenkt werden. Rahmstorf bemerkt im Hinblick auf die Einstellung gegenüber dem Klimawandel ein Umdenken in der Bevölkerung und schreibt diesen Umschwung vor allem auch den Anstrengungen von Fridays for Future zu.

Außerdem setzt der Potsdamer Forscher auch auf die Politik. Auf Twitter schreibt er: „Die neue Energiewendepartnerschaft mit Deutschland ist ein Grund zur Hoffnung für die Zukunft.“ Indiens Premierminister Narendra Modi traf sich vor einigen Tagen mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Die beiden Staatschefs schlossen ein Abkommen über künftige stärkere Kooperation, vor allem auch in Klimafragen.

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