Seher prophezeit Schatz

Indien: Weissagung löst Goldfieber aus

Neu Delhi - Unermesslichen Reichtum durch einen vergrabenen Goldschatz erhoffen sich indische Behörden. Ausgelöst wurde die Goldgräberstimmung durch einen mysteriösen Traum.

Mit der Weissagung eines mysteriösen Schatzes hat ein Seher Goldfieber in dem nordindischen Dorf Daundia Khera ausgelöst. Der als Heiliger verehrte Shobhan Sarkar träumte angeblich, unter einer Festung aus dem 19. Jahrhundert lägen 1.000 Tonnen Gold. Am Freitag begonnene Sondierungen eines Teams der staatlichen Archäologiebehörde blieben bis Sonntag ergebnislos, wie indische Medien berichteten.

Unterdessen soll Sobhan Sarkar einen weiteren Goldhort von 2.500 Tonnen in der Kleinstadt Fatehpur Sikri ebenfalls im Bundesstaat Uttar Pradesh vorausgesagt haben. Die Schätze hätten einen aktuellen Marktwert von 31 beziehungsweise 77 Milliarden Euro.

Grabungsarbeiten unter Polizeischutz

Der Lokalfürst und Goldhändler Rao Ram Singh war 1857 in einer Revolte gegen britische Truppen unterlegen und später hingerichtet worden. Der Seher Sarkar wandte sich den Berichten zufolge im September an Regierungsstellen mit der Behauptung, der Herrscher sei ihm im Traum erschienen und habe die Existenz eines Schatzes unter seinem ehemaligen Fort mitgeteilt. Die Behörden hätten zunächst nicht reagiert; zwischenzeitlich habe eine geologische Untersuchung aber ein mögliches Metallvorkommen in einer Tiefe von fünf bis 20 Metern ergeben.

Inzwischen ist das fragliche Areal laut Medienberichten abgesperrt. Die Archäologen arbeiteten unter Polizeischutz und belagert von Hunderten Schaulustigen. Die Polizei habe die Installation von Überwachungskameras angekündigt, um den Ort nachts besser sichern zu können. Der Vorsitzende der Nationalist Congress Party, Sharad Pawar, kritisierte unterdessen die Grabungsaktion, weil sie „blinden Glauben“ fördere. Indischen Medien zufolge sollen die archäologischen Arbeiten bis zu einem Monat dauern.

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KNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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