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Die indische Rakete kurz nach ihrem Start.

Als erstes asiatisches Land

Indien will den Mars erreichen

Neu-Delhi - Als erstes asiatisches Land will Indien den Mars erreichen. Vom Raumfahrtbahnhof Sriharikota hob am Dienstag eine Rakete mit einer 1,35 Tonnen schweren Sonde zum Roten Planeten ab.

Knapp eine Stunde später schwenkte die Rakete auf ihre vorläufige Umlaufbahn um die Erde ein; in etwa einem Jahr soll die Mission den Mars erreichen, die wegen ihrer niedrigen Kosten Maßstäbe setzt.

"Sie hat abgehoben", kommentierte ein Sprecher im Staatsfernsehen den Start um 14.38 Uhr Ortszeit (10.08 MEZ) im Südosten des Landes. 44 Minuten danach gab es Applaus und Jubel im Kontrollraum: die Rakete befand sich im Orbit. Die Rakete mit der Sonde soll zunächst die Erde rund einen Monat lang umrunden.

Wenn sie genügend Geschwindigkeit aufgenommen hat, soll sie die Umlaufbahn verlassen und die "große, lange und schwierige Reise" zum Mars beginnen, wie der Vorsitzende der indischen Weltraumorganisation (ISRO), K. Radhakrishnan, mitteilte. Von der Erde bis zum Mars sind es je nach Stand der Planeten zueinander zwischen 50 und 400 Millionen Kilometer.

Wissenschaftler hatten die Sonde binnen 15 Monaten mit einem vergleichsweise kleinen Budget von umgerechnet rund 50 Millionen Euro entwickelt. Hochentwickelte Sensoren an Bord sollen die Marsatmosphäre untersuchen und nach Spuren von Methan als Beleg für die Existenz primitiver Organismen suchen.

Für die Atommacht Indien ist die Mission eine Premiere und eine Herausforderung. Neu Delhi hofft, als erstes Land in Asien eine erfolgreiche Mars-Mission zu vollbringen. Bisher sind mehr als die Hälfte aller Marsmissionen gescheitert, darunter diejenige Chinas 2011 und Japans 2003. Staatspräsident Pranab Mukherjee gratulierte der ISRO und sprach von einem "bedeutsamen Meilenstein" in der Entwicklung des indischen Raumfahrtprogramms.

Sollte die indische Sonde ihr Ziel erreichen, wäre das für das Land, dessen Mondmission 2008 Wasser auf dem Erdtrabanten nachwies, eine große Genugtuung. Indien hat sich bereits seit längerem einen Namen mit preiswerten industriellen und technologischen Innovationen gemacht. Es produziert auch das weltweit kostengünstigste Auto.

Erstaunliche Ergebnisse wurden indes aus einer US-Studie bekannt. Offenbar gibt es neben der Erde noch unzählige erdähnliche Planeten, auf denen Leben möglich sein könnte - und das gar nicht so weit entfernt von uns.

AFP

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