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Bei Überschwemmungen in Indien sind bisher knapp 100 Menschen ums Leben gekommen

Schon über 100 Opfer

Fluten in Indien und Russland - zahlreiche Tote

Neu Delhi - Heftige Überschwemmungen im Nordosten Indiens haben bisher insgesamt 105 Menschen in den Tod gerissen. 16 Menschen würden noch vermisst.

Dies teilte der Landwirtschaftsminister des Bundesstaates Assam, Nilamoni Sen Deka, am Samstag mit.

Die meisten Opfer der Monsun-Regenfälle ertranken oder wurden von Erdmassen verschüttet. Unterdessen teilten Mitarbeiter des Nationalparks Kaziranga mit, auch seltene Nashörner seien den Überschwemmungen zum Opfer gefallen. Man habe bisher 540 Tierkadaver geborgen, darunter 13 Nashörner, für deren Schutz der Park bekannt ist.

Premierminister Manmohan Singh hatte sich Anfang der Woche ein Bild von der Lage entlang des Flusses Brahmaputra gemacht und den Betroffenen Soforthilfe in Höhe von umgerechnet mehr als 71 Millionen Euro zugesagt. Nach Regierungsangaben mussten rund zwei Millionen Menschen vorübergehend ihre Dörfer verlassen. Etwa ein Viertel von ihnen kam in staatlichen Auffanglagern unter. Der Monsun in Südasien beginnt für gewöhnlich im Juni und dauert bis Ende September oder Anfang Oktober. In diesem Zeitraum wandert das Regengebiet vom Süden des indischen Subkontinents Richtung Norden.

Überschwemmungen auch in Russland

Bei den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten in der südrussischen Urlaubsregion Krasnodar am Schwarzen Meer sind mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Nach fast zweitägigem Dauerregen überflutete Hochwasser etwa 5000 Häuser, rund 22 000 Menschen waren ohne Strom. In mehreren Städten wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Bahngleise und Straßen seien unterspült oder von Schlamm überdeckt und unpassierbar, hieß es. Die Armee stellte Speziallastwagen und Hebekräne bereit.

“An eine solche Katastrophe kann sich hier niemand erinnern“, sagte Gouverneur Alexander Tkatschow am Samstag im Fernsehen. Er gab die Zahl der Toten am frühen Abend (Ortszeit) mit 104 an, darunter viele ältere Menschen und mindestens ein Kind. Rund 1500 Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. Die Polizei verstärkte die Präsenz in der Region, um Plünderungen zu verhindern.

Augenzeugen berichteten von rund sieben Meter hohen Wellen, mit denen das Wasser in die Orte hineingeschossen sei. Zahlreiche Bewohner überraschte das Unwetter im Schlaf. “Viele haben trotz dringender Warnungen ihr Haus nicht verlassen“, sagte ein Sprecher der Rettungskräfte. Präsident Wladimir Putin kündigte einen Besuch in der Katastrophenregion rund 1200 Kilometer südlich von Moskau an. Regierungschef Dmitri Medwedew wies Zivilschutzminister Wladimir Putschkow an, sich persönlich um die Arbeiten zu kümmern. Der Kreml schickte zudem ein Transportflugzeug mit weiteren Rettungskräften und zwei Hubschraubern in das Gebiet.

Allein im Bezirk Krimsk rund 300 Kilometer nördlich von Sotschi, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden, seien etwa 92 Menschen ertrunken. Das teilten die örtlichen Behörden am Samstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Mindestens zwei Menschen starben in Russlands größtem Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk, der wegen des massiven Sturms den Betrieb stark einschränken musste. Neun Touristen kamen im Küstenort Gelendschik ums Leben - davon fünf an Stromschlägen, weil ein Blitz in einen Transformator geschlagen war.

Das russische Staatsfernsehen zeigte, wie Bewohner sich in höhere Stockwerke flüchteten oder mit Schlauchbooten aus überschwemmten Häusern gerettet wurden. Zahlreiche Menschen harrten auf Dächern oder Bäumen aus. Die Behörden kündigten an, Hunderte Kinder aus einem Ferienlager auszufliegen. Zahlreiche Autos wurden von den Fluten fortgerissen. Den Angaben zufolge fiel innerhalb weniger Stunden so viel Regen wie sonst im Monatsdurchschnitt. Zudem hätten Sturzbäche aus dem angrenzenden Kaukasusgebirge das Gebiet überschwemmt. Experten schätzten den Sachschaden auf umgerechnet 250 Millionen Euro.

dapd/ dpa

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