SEK-Einsatz in Düsseldorf: Siebenjähriges Mädchen getötet 

SEK-Einsatz in Düsseldorf: Siebenjähriges Mädchen getötet 
+
Immer mehr Menschen gehen wegen den vielen Vergewaltigungen in Indien auf die Straße.

"Manchmal richtig"

Indischer Minister verteidigt Vergewaltigung

Mumbai - Die Empörung ist groß: Ein Minister der indischen Regierungspartei hat die grassierende sexuelle Gewalt gegen Frauen in seinem Land drastisch verharmlost und sogar ansatzweise verteidigt.

Vergewaltigung sei "ein soziales Verbrechen, das von Männern und Frauen abhängt", sagte der Innenminister des Bundesstaats Madhya Pradesh, Babulal Gaur, am Donnerstag vor Journalisten. "Manchmal ist es richtig, manchmal ist es falsch." Jedenfalls könne ermittlungstechnisch "nichts getan werden, solange es keine Anzeige gibt".

Gaur, der der Bharatiya-Janata-Partei (BJP) des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi angehört, riet Frauen, Judo oder Karat zu lernen, um sich zu verteidigen. Die Sprecherin der rivalisierenden Kongresspartei, Shobha Ozha, erwiderte laut IANS: „Wer kann ein dreijähriges Kind oder eine 80-Jährige trainieren?“ In den vergangenen Wochen waren auch Vergewaltigungen von Kleinkindern und Großmüttern ans Tageslicht gekommen.

In Indien war die gesellschaftliche Entrüstung über sexuelle Gewalt gegen Frauen zuletzt deutlich gewachsen, nachdem mehrere brutale Fälle an die Öffentlichkeit gelangt waren. Während Modi die Einlassungen seines ausgerechnet für Recht und Ordnung zuständigen Parteifreunds zunächst nicht kommentierte, distanzierte sich die BJP von Gaur. Dessen Ansichten repräsentierten nicht die der Partei, hieß es.

Proteste in Indien

Die Diskriminierung von Frauen in der indischen Gesellschaft und gegen sie gerichtete, oftmals sexuell motivierte Gewaltverbrechen sorgen im In- und Ausland immer wieder für Schlagzeilen. So waren in einem Dorf des Bundesstaats Uttar Pradesh in der vergangenen Woche die Leichen zweier zwölf und 14 Jahre alter Cousinen gefunden worden, die mehrfach vergewaltigt und dann an einem Baum aufgehängt worden waren. Ein ganz ähnliches Verbrechen geschah nur Tage später, diesmal starb eine 22-Jährige. Der Mörder hatte sie ebenfalls aufgehängt, nachdem er sie vergewaltigt hatte. Im Dezember 2012 löste die tödliche Gruppenvergewaltigung einer jungen Studentin in Neu Delhi Massenproteste gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen aus.

Seitdem wurden die Strafen für Vergewaltigung zwar verschärft - so steht etwa auf Vergewaltigung mit Todesfolge die Todesstrafe. Frauenrechtsaktivisten zufolge werden Sexualverbrechen jedoch in vielen Fällen bis heute nicht ernsthaft geahndet. Nach Angaben der Regierung wird in Indien alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt. Aktivisten gehen aber von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus, da die Opfer sexueller Gewalt häufig sozial geächtet werden.

AFP/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

SEK-Einsatz in Düsseldorf: Siebenjähriges Mädchen getötet 
Medien berichten über einen dramatischen SEK-Einsatz in Düsseldorf. Ein siebenjähriges Mädchen soll bei einem Streit gestorben sein.
SEK-Einsatz in Düsseldorf: Siebenjähriges Mädchen getötet 
Große Waldbrände in Schweden außer Kontrolle
Weißer Qualm zieht über die weiten schwedischen Wälder. Es brennt, verstreut im ganzen Land - und die Feuer breiten sich in der ungewöhnlichen Sommerhitze schnell aus. …
Große Waldbrände in Schweden außer Kontrolle
Rundfunkbeitrag in Zweitwohnung: Länder für Einzelprüfung
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass der Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro pro Wohnung und Monat grundsätzlich für verfassungsgemäß erklärt. Menschen mit …
Rundfunkbeitrag in Zweitwohnung: Länder für Einzelprüfung
Tödlicher Autounfall? Nein! Ermittler entdecken grausames Detail, das alles verändert
Ein scheinbar tödlicher Autounfall in Friedberg (Wetterau) hat eine neue Wendung: Die Ermittler haben ein bisher verborgenes Detail entdeckt. 
Tödlicher Autounfall? Nein! Ermittler entdecken grausames Detail, das alles verändert

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.