Intensivstation in Essen
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Die Intensivbetten in Deutschland werden im Dezember immer knapper. Foto: Fabian Strauch/dpa

Angespannte Corona-Lage

Intensivmediziner fordern schnellen, nachhaltigen Lockdown

Jeder weitere Tag ohne durchgreifende und nachhaltige Lockdown-Maßnahmen koste Menschenleben: Deutschlands Intensivmediziner dringen auf rasche Entscheidungen. «Ein Zögern und Warten auf Weihnachten ist schier unverantwortlich.»

Berlin (dpa) - Intensivmediziner habe rasche Entscheidungen für zusätzliche bundesweite Corona-Beschränkungen gefordert. Selbst ein sofortiger Lockdown würde die Zahlen erst in zwei bis drei Wochen deutlich sinken lassen.

Jeder weitere Tag ohne durchgreifende und nachhaltige Lockdown-Maßnahmen koste Menschenleben, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens. «Ein Zögern und Warten auf Weihnachten ist schier unverantwortlich.»

Die Belastungen auf den Intensivstationen hätten ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr lange von Pflegern und Ärzten gestemmt werden könne. Wie die Organisation erläuterte, komme es auf ein gemeinsames Handeln aller Länder an. Auch der Norden, der derzeit noch wenig betroffen sei, müsse mitziehen. Nötig sei die Möglichkeit einer Reserve, um Patienten in weniger belastete Regionen verlegen zu können. Schon jetzt seien teils längere Transportzeiten für Notfallpatienten nötig, bis die nächste Klinik mit freier Behandlungskapazität erreicht sei.

© dpa-infocom, dpa:201211-99-651662/6

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