Internationale Hilfe für Griechenland läuft an

Athen - Griechenland steht weiter in Flammen. Am Sonntagmorgen tobten die Brände bereits den dritten Tag in Folge. Dutzende Dörfer mussten in der Region des Westens der Halbinsel Peloponnes evakuiert werden. Das Feuer erreichte in der Nacht die Küste bei Tholon, wo mehr als 400 Menschen Zuflucht gesucht hatten.

Ein Versuch der Küstenwache, sie mit einem Boot in Sicherheit zu bringen, scheiterte, weil das Boot auf dem seichten Sandboden auf Grund zu laufen drohte, berichtete der staatliche griechische Rundfunk. Mehrere EU-Länder, darunter auch Deutschland, schicken Hubschrauber und Flugzeuge. Landesweit waren am Samstag bereits 19 Löschflugzeuge und 18 Hubschrauber im Einsatz. Offiziellen Angaben nach stieg die Zahl der Todesopfer inzwischen auf 53.

Weitere Brände tobten nahe der Hafenstat Kalamata, bei Sparta im Südosten der Halbinsel. Feuerfronten mit starker Rauchbildung gab es auch im Raum Korinth auf dem Nordpeloponnes und auf der zweitgrößten griechischen Insel Euböa. Nach Medienberichten brannten hunderte Häuser nieder. Die Feuerwehr sei im Dauereinsatz und konzentriere sich praktisch nur noch darauf, Menschenleben zu retten, berichteten die Medien.

Die Regierung hatte am Samstag für das gesamte Land den Notstand ausgerufen und eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Bis Montag werden die Flaggen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast gesetzt. Nach inoffiziellen Schätzungen verbrannten allein in den vergangenen drei Tagen 70 000 Hektar Land. Frühere Brände von Mai an hatten bereits rund 65 000 Hektar vernichtet.

Mittlerweile ist die internationale Hilfe angelaufen. Die Europäische Union sagte Unterstützung zu. Mehrere EU- Länder schicken Hubschrauber und Flugzeuge zur Bekämpfung der Feuersbrünste. Landesweit waren am Samstag bereits 19 Löschflugzeuge und 18 Hubschrauber im Einsatz.

Aus Deutschland werden drei Hubschrauber erwartet. Spanien hilft mit zwei Löschflugzeugen. Sie sollen am Sonntag mit jeweils mehreren Besatzungen starten, berichteten spanische Medien. Die griechische Außenministerin Dora Bakogianni sagte am Samstag: «Frankreich schickt heute vier Löschflugzeuge. Zudem erwarten wir 60 französische Feuerwehrleute.» Auch aus Norwegen kommt Hilfe.

Ministerpräsident Kostas Karamanlis machte Brandstifter verantwortlich. In einer Fernsehansprache sagte er: «Es kann kein Zufall sein, dass wir so viele Waldbrände innerhalb kürzester Zeit haben.» Seine Regierung werde alles tun, um die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Polizei verhörte am Samstag sieben mutmaßliche Brandstifter.

Der Politiker kündigte großzügige finanzielle Unterstützung an und sprach den Hinterbliebenen sein Beleid aus. Nach inoffiziellen Schätzungen verbrannten allein in den vergangenen drei Tagen 70 000 Hektar Land. Von Mai an bis zu den nun entfachten Bränden gerechnet, hatten die Flammen bereits rund 65 000 Hektar vernichtet. 

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