Trauer um Schlager-Star und Ex-Dschungelcamper Gunter Gabriel

Trauer um Schlager-Star und Ex-Dschungelcamper Gunter Gabriel
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Ein Screenshot der Webseite der Zeitung Hallandsposten" mit dem artikel über Bo Bergman.

"Schaltet das Netz ab!"

Internet-Hasser (73) wird zum Online-Star

Simlangsdalen - Ein schwedischer Rentner sieht im Internet die Wurzel allen Übels. Mit einem wütenden Leserbrief an eine Zeitung ist der 73-Jährige jetzt unverhoffterweise zum WWW-Phänomen geworden.

Er sagt selbst von sich, dass er "aus der analogen Zeit" stammt und findet, dass alles besser war, als es noch kein Internet gab. Bo Bergmans Hass auf die digitale Welt hatte sich so lange aufgestaut, bis er sich in einem wütenden Leserbrief entlud. Die Leser der Zeitung "Hallandsposten" forderte er (natürlich nicht in einer E-Mail sondern in einem altmodischen Brief) auf: "Schaltet das Netz ab!"

Der 73-Jährige aus dem südschwedischen Kaff Simlangsdalen (Einwohnerzahl: knapp 600) analysiert in seinem Pamphlet, mit den Digital-Uhren habe das Unheil seinen Anfang genommen. Mittlerweile sei die Menschheit zu Sklaven der Maschinen geworden. "Wie ein Wurm in einem Apfel frisst uns das Internet von innen heraus auf. Schaut Euch um, überall stehen Menschen herum und starren auf Computermonitore!"

"Benutzen Sie Ihre Augen und Hirne, denken Sie nach!"

Die "Blindheit der Jungen" findet der zweifache Großvater deprimierend, die Abhängigkeit von der Technik macht ihm genauso Angst wie der Verlust der Privatsphäre. Kriminelle und Geisteskranke würden das Internet in Beschlag nehmen, das Böse könne sich so verbreiten wie Unkraut, stellt Senior fest und appelliert: "Benutzen Sie Ihre Augen und Hirne, denken Sie nach!"  Diese "Computer-Prostitution" sei ein "Wahnsinn", wettert er und fordert: "Zerstören Sie das Internet, während es da ist!"

Ironie des Schicksals: Die Zeitung stellte den Brief auf ihre Webseite, wo er zu einem der erfolgreichsten Online-Artikel in der Geschichte des Blattes wurde. Die Anhänger des von ihm so verhassten Mediums verbreiteten die Kampfschrift per Twitter und Facebook und machten so den Analog-Geek in seiner Heimat zum Internet-Star. Ganz ernst nehmen dürften die meisten seiner ungewollten Fans den Mann allerdings nicht, der ohne Computer und Smartphone auskommt. Einige aber hat der Technik-Hasser durchaus zum Nachdenken gebracht.

Von seinem Online-Ruhm hat Bergman trotzdem erfahren: durch einen Anruf des Chef-Redakteurs der Zeitung. Ein Telefon hat der 73-Jährige schließlich noch. Wahrscheinlich eines mit Wählscheibe.

hn

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