Opfer zahlten für Nacktvideos

Internet-Sex-Erpresser-Ring aufgeflogen

Lyon - Sie lockten Internet-User in die Sex-Falle und erpressten sie dann. Ein Jugendlicher nahm sich deswegen das Leben. Fahndern ist jetzt ein Schlag gegen eine Bande von Chat-Betrügern gelungen.

Nach Angaben der internationalen Polizeiorganisation vom Freitag konnte Interpol in den vergangenen Tagen 58 Verdächtige festnehmen, die für von den Philippinen aus operierende Verbrecherbanden arbeiteten. Darunter waren auch drei Männer, die durch ihre Drohungen vermutlich einen Teenager aus Schottland in den Selbstmord getrieben haben.

Der 17-Jährige hatte sich im vergangenen Jahr vor seiner Internetkamera ausgezogen, weil er glaubte, Kontakt mit einem Mädchen zu haben. Am anderen Ende der Leitung waren in Wirklichkeit allerdings Betrüger, die ihn anschließend mit dem Videomaterial erpressten. Der Teenager stürzte sich von einer Brücke.

Die "Sextorsion"-Ringe hätten nur ein Ziel: "Geld zu machen, egal, welche schrecklichen emotionalen Leiden ihren Opfern zugefügt werden", sagte Sanjay Virmani, der bei Interpol für den Kampf gegen Cyberkriminalität zuständig ist. Opfer sind meist Männer, teilweise auch Minderjährige. Wie der philippinische Polizeichef Alan Purisma erklärte, kommen die meisten aus Hongkong, Indonesien, Singapur, den Philippinen, USA und Großbritannien.

Im Schnitt verlangten die Täter 500 Dollar von ihren Opfern. Auch Forderungen in Höhe von 15.000 Dollar habe es aber schon gegeben. Nach Schätzung von Interpol sind weltweit bereits Hunderttausende Internetnutzer Opfer von ähnlichen Erpressungen geworden. Allein in Hongkong zählte die Polizei mehr als 530 Opfer zwischen 20 und 30 Jahren.

dpa/afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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