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Irak: Allawi fordert Eile

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- Bagdad - Der irakische Übergangsministerpräsident Ijad Allawi hat die Sieger der Parlamentswahlen vom 30. Januar aufgefordert, sich mit der Regierungsbildung zu beeilen. In einem am Dienstag in Bagdad veröffentlichten Brief an den Alterspräsidenten der neuen Nationalversammlung, Scheich Dhari al-Fajad, erklärte der scheidende Regierungschef: "Diese (Regierungsbildung) ist von größter Bedeutung, damit der Wiederaufbau im Irak in allen Bereichen wieder aufgenommen werden kann."

In der vergangenen Woche waren die 275 Abgeordneten der Nationalversammlung in Bagdad zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Bislang haben sie noch keinen Staatspräsidenten gewählt, was Voraussetzung für die Bildung einer neuen Regierung ist.

In der nordirakischen Stadt Mossul wurden am Dienstag bei einem Sprengstoffanschlag auf einen US-Militärkonvoi nach Angaben von Krankenhausärzten vier irakische Zivilisten getötet. Zu möglichen amerikanischen Opfern gab es keine Angaben. Ein weiterer Zivilist starb, als Aufständische ein Büro der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) in Mossul mit Panzerfäusten beschossen. Die Kämpfer der Parteimiliz, die das Gebäude bewachten, blieben unverletzt. Im benachbarten Kirkuk starb ein hochrangiger Polizeioffizier am Dienstag an seinen Verletzungen, die er bei einem Attentat am Sonntag erlitten hatte.

Das US-Militär teilte mit, ein amerikanischer Soldat sei von Aufständischen in der Provinz Anbar getötet worden. Bei einem Gefecht mit Koalitionstruppen im Osten von Bagdad waren am Montag nach Militärangaben 26 Aufständische getötet und sieben US-Soldaten verletzt worden.

Das jordanische Gericht für Staatssicherheit hat am Dienstag drei Iraker zu bis zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Die Angeklagten waren des Waffenschmuggels schuldig befunden worden. Die Waffen seien gegen US- und israelische Ziele eingesetzt worden, hieß es aus Justizkreisen in der Hauptstadt Amman.

Erst am Sonntag hatte ein jordanisches Militärgericht den im Irak untergetauchten Terroristenführer Abu Mussab al-Sarkawi zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er wurde in Abwesenheit schuldig befunden, unter anderem im August 2003 den Selbstmordanschlag auf die jordanische Botschaft in Bagdad geplant zu haben. Dabei waren 18 Menschen ums Leben gekommen.

Die Übergangsregierung in Bagdad hatte am Sonntag ihren Botschafter in Jordanien im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag von Hilla am 28. Februar zurückbeordert, bei dem 133 Menschen getötet worden waren. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind durch Berichte belastet, wonach ein Jordanier den Anschlag verübt haben soll. 

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