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Irak: US-Einsatz länger als im 2. Weltkrieg

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- Washington -­ Der Kampfeinsatz der Vereinigten Staaten im Irak dauert jetzt bereits länger als die US-Beteiligung am Zweiten Weltkrieg. Mit drei Jahren, acht Monaten und acht Tagen kämpfen die US-Soldaten im Irak seit diesem Montag länger als ihre Kameraden von Dezember 1941 bis Mai 1945. Bei der andauernden Gewalt im Irak starben über das Wochenende mehr als 50 Menschen.

US-Vizepräsident Dick Cheney bemühte sich in Saudi-Arabien um Unterstützung des Königshauses, die Gewalt im Irak einzudämmen. In Bagdad hielt der Druck auf Ministerpräsident Nuri al-Maliki an, ein für Mittwoch geplantes Treffen mit US-Präsident Bush abzusagen.

In Washington ist nach Medien-Berichten eine unabhängige Expertenkommission, die bis Ende Dezember Empfehlungen für die US-Politik abgeben soll, über zentrale Themen wie über einen Abzug der 150 000 US-Soldaten tief zerstritten. Nach Informationen der "Washington Post" will ein Teil der Kommission unter Leitung von Ex-Außenminister James Baker und des Demokraten Lee Hamilton zunächst die Lage in der Hauptstadt Bagdad unter Kontrolle bringen und sich intensiv um eine Aussöhnung mit den Aufständischen bemühen. Das andere Lager wolle dagegen die Truppen schrittweise zurückziehen und zugleich die Terrorgruppen im Irak in Schach halten.

Die US-Zeitung "New York Times" berichtete, die am Aufstand im Irak beteiligten radikalen Gruppen verfügten über so große Einnahmen, dass sie inzwischen sogar schon Terrorgruppen im Ausland mitfinanzieren könnten. Mit dem Schmuggel von Erdöl, Entführungen, Geldfälschung und Spenden islamischer Wohltätigkeitsorganisationen kassierten diese irakischen Gruppen pro Jahr bis zu 200 Millionen Dollar (umgerechnet 153 Millionen Euro).

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