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Super-GAU im Iran? Militär gibt nach Explosion bei Atomanlage Entwarnung

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In der Nähe eines Atomkraftwerks im Iran ist es zu einer Explosion gekommen.
In der Nähe eines Atomkraftwerks im Iran ist es zu einer Explosion gekommen. (Symbolbild) © UPI Photo/imago

Ein Luftabwehrtest hat eine Explosion über der Atomanlage Natanz verursacht. Irans Militärkommandeur wendet sich im Staatsfernsehen an die verunsicherten Menschen.

Badrud - Eine Explosion am Himmel, eine Atomanlage ganz in der Nähe: Anwohner der iranischen Stadt Badrud schreckten am Samstagabend (4. Dezember) auf, als sie einen lauten Knall hörten und den Himmel aufleuchten sahen. Die Nachrichtenagentur Irna und örtliche Medien berichteten davon. War das der Super-GAU?

„Nein!“, gab das iranische Militär kurz darauf Entwarnung. Ein Luftabwehrtest hatte zur Explosion am Himmel über dem Atomkraftwerk Natanz geführt. „Vor einer Stunde wurde unser Raketensystem in der Region getestet, um unsere Gefechtsbereitschaft zu überprüfen“, erklärte der für die Region Natanz zuständige Militärkommandeur im staatlichen Fernsehen des Iran. „Es gibt keinen Grund zur Sorge.“ Bereits 2020 gab es einen Vorfall in der Atomanlage Natans.

Explosion bei Atomanlage in Iran wegen Luftabwehrtest - Atomabkommen liegt auf Eis

In Natanz wird Uran angereichert, die Kapazität der Anlage war unlängst nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) erhöht worden. Das Ziel des Iran: Uran auf bis zu 60 Prozent anreichern. Das internationale Atomabkommen von 2015 gestattet dem Land lediglich eine Urananreicherung von 3,67 Prozent für eine zivile Nutzung von Atomenergie.

Das Abkommen aus dem Jahr 2015 soll Teheran am Bau von Atomwaffen hindern. Unter anderem verpflichtete sich das Land darin auch, seine Kapazitäten für die Urananreicherung einzuschränken und regelmäßige Inspektionen seiner Nuklearanlagen zuzulassen. Im Gegenzug wurden internationale Sanktionen aufgehoben.

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2018 stiegen die USA unter Präsident Donald Trump aus dem Abkommen aus und verhängten erneut massive Sanktionen gegen den Iran. Danach zogen sich die Machthaber in Teheran ebenfalls schrittweise aus der Vereinbarung zurück. Seitdem hat der Iran seine Kapazitäten für die Urananreicherung immer weiter ausgebaut und zugleich die Kontrollmöglichkeiten der Internationalen Atombehörde eingeschränkt.

Der jetzige US-Präsident Joe Biden hat grundsätzlich Bereitschaft für eine Neuauflage der Vereinbarung mit dem Iran signalisiert. In Wien laufen derzeit Verhandlungen über eine Wiederbelebung des Abkommens, diese laufen aber nach Ansicht der USA und der europäischen Verhandler nicht gut. (dpa)

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