Iran will seinen Einfluss im Irak verstärken

Nahost: - Bagdad - Der Iran will nach Worten seines Botschafters in Bagdad seinen militärischen und wirtschaftlichen Einfluss im Irak verstärken. Wie Botschafter Hassan Kasemi Qumi der «New York Times» sagte, ist Teheran bereit, die irakischen Streitkräfte mit Ausbildern und mit Ausrüstung bei ihrem Kampf für mehr Sicherheit zu unterstützen.

Der Iran wolle sich auch stärker beim Aufbau des Landes engagieren. Qumi kündigte die Eröffnung einer Filiale einer nationalen Bank im Irak an. Teheran habe bereits die dafür nötige Lizenz erhalten, sagte ein iranischer Bankmanager. Dadurch würden die bilateralen Handelsbeziehungen gestärkt, betonte der Banker. Ein verstärktes iranisches Engagement im Irak wird nach Darstellung der Zeitung weiteren Konfliktstoff zwischen Washington und Teheran mit sich bringen.

Qumi gab außerdem zu, dass zwei von den US-Truppen im Irak festgenommene Iraner Sicherheitsbeamte seien. Sie seien im Nachbarland gewesen, weil Bagdad und Teheran ihre Sicherheitsprobleme gemeinsam lösen wollten, sagte der Diplomat.

Erst kürzlich war durch einen Artikel des «Washington Post» bekannt geworden, dass das Weiße Haus grünes Licht für die Gefangennahme und auch Tötung iranischer Agenten im Irak gegeben habe. Dies sei Teil einer neuen, härteren Strategie der Regierung von Präsident George W. Bush, um den Einfluss des Irans in seinem Nachbarland Irak wie auch im gesamten Nahen Osten zurückzudrängen.

Den Iranern wird von Washington vorgeworfen, die schiitischen Milizen im Irak zu trainieren und mit Waffen auszurüsten. Unter den früheren Richtlinien durfte das US-Militär die Iraner nur vorübergehend festnehmen und musste sie dann nach einer biometrischen Erfassung ihrer Identität wieder freilassen. Mehrere Dutzend mutmaßliche iranische Agenten seien bislang so zeitweise festgesetzt worden.

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