Ein Mann bekommt in einem Impfzentrum in Israel eine Corona-Schutzimpfung. Das Land hat damit begonnen, Menschen über 50 eine dritte Dosis zu impfen.
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Angesichts steigender Infektionszahlen hat Israel damit begonnen, Menschen über 50 Jahren eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus zu geben.

Über 8600 neue Fälle an einem Tag

Israel impft schon zum dritten Mal – doch Corona-Zahlen und Intensivpatienten steigen sprunghaft an

Israel galt wegen des schnellen Impffortschritts lange als internationales Vorbild. Jetzt steigen die Zahlen jedoch wieder sprunghaft - und das Land versucht es erneut mit Gegenmaßnahmen.

Tel Aviv – Lange Zeit hätte man denken können, Israel hat die Corona*-Pandemie aufgrund des konsequenten Impffortschritts besiegt. Doch die Hoffnungen täuschen, denn die Anzahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen steigt beachtlich.

Das Gesundheitsministerium in Israel* verzeichnete am Dienstag 8646 neue Fälle für den Vortag und damit den höchsten Wert seit Ende Januar. Auch die Zahl der Intensivpatienten stieg mit 559 auf den höchsten Wert seit Mitte März. Der plötzliche Anstieg der Inzidenz – von gestern 449,2 auf heute 481,2 – überrascht, immerhin hatten die Infektionszahlen in den vergangenen Tagen jeweils unter 6000 gelegen.

Als Maßnahme gegen die massiv steigenden Infiziertenzahlen hat das Land vor rund zwei Wochen begonnen, die dritte Corona-Impfung an doppelt Geimpfte zu verteilen. Nach Angaben des Büros von Ministerpräsident Naftali Bennett, haben bereits mehr als eine Million Israelis die sogenannte „Booster“-Impfung* – und damit den dreifachen Impfschutz – erhalten. Berechtigt für die Impfauffrischung ist jeder Mensch ab dem Alter von 50 Jahren, dessen zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt.

Steigende Corona-Zahlen - Israel beginnt mit Auffrischungsimpfung

Israels Eile beruht auf einem guten Grund: Trotz steigender Zahlen und der sich verbreitenden, ansteckenderen Delta-Variante hat auch Israel mit einer stockenden Impfkampagne zu kämpfen. Die dritte Impfung soll vor allem von Corona stark Betroffene zu einem besseren Schutz gegen ansteckenden Virusvarianten verhelfen. Hintergrund für den Start der Auffrischungsimpfung sind die Ergebnisse einer Studie des Gesundheitsministeriums*, wonach die Wirksamkeit der in Israel verwendeten Impfstoffe Biontech und Pfizer seit Anfang Juni stark nachgelassen haben soll. Experten kritisieren allerdings, die Zahlen zur Wirksamkeit seien nicht wissenschaftlich erhoben worden.

Insgesamt sind in Israel zwar mehr als 58 Prozent der rund 9,4 Millionen Menschen zweifach geimpft. Doch: Nach Angaben des Regierungschefs Bennett gibt es mehr als eine Million Israelis, die sich impfen lassen könnten, dies aber nicht tun würden. In Deutschland hat derweil immerhin die STIKO die Impfempfehlung für junge Menschen angepasst. Dadurch erhoffen sich viele Experten neuen Aufschwung für die Impfkampagne im Land. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (klb/dpa)

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