Israel und Palästinenser führen wieder politische Gespräche

- Tel Aviv - Erstmals seit dem Amtsantritt von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas haben Israel und die Palästinenser wieder politische Gespräche aufgenommen. Ranghohe Repräsentanten beider Seiten trafen sich in Jerusalem, um ein Treffen zwischen Abbas und Scharon im kommenden Monat vorzubereiten.

Der israelische Rundfunk meldete, das Gespräch zwischen Scharons Bürochef Dov Weissglass und dem palästinensischen Verhandlungsminister Sajeb Erekat sei «positiv» verlaufen. Angesichts der Fortschritte bei den palästinensischen Bemühungen um eine Eindämmung der Gewalt sollen die Gespräche fortgesetzt werden. Ein weiteres Vorbereitungstreffen sei für kommende Woche angesetzt. Bei dem Treffen in Jerusalem war unter anderem auch der einflussreiche frühere Sicherheitschef Mohammed Dachlan anwesend, der als starker Mann im Gazastreifen gilt. Die israelischen Repräsentanten wiederholten nach Angaben des Rundfunks bei dem Treffen die Forderung nach einer Entwaffnung der Extremistengruppen und Reformen der Autonomiebehörde.

Zuvor hatten israelische Medien berichtet, dass Israel die umstrittene Politik der gezielten Tötung militanter Palästinenser vorerst eingestellt hat. Das habe Israel dem neuen Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas mitgeteilt, berichteten israelische Medien am frühen Mittwoch unter Berufung auf Sicherheitsbeamte. Damit kommt Israel einer zentralen Forderung der Palästinenser nach.

In der Nacht zum Mittwoch hatten palästinensische Extremisten erstmals seit der vergangenen Woche wieder eine Kassam-Rakete auf ein israelisches Ziel abgefeuert. Durch das Geschoss wurde nach weiteren Angaben der israelischen Zeitung «Haaretz» niemand verletzt. Es sei auch kein Schaden angerichtet worden. Der neue Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte zur Verhinderung von Raketenangriffen im nördlichen Gazastreifen tausende Polizisten stationieren lassen.

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