Israel setzt Abbas «begrenzte Frist» für Vorgehen gegen Extremisten

- Tel Aviv/Gaza - Israel hat dem neuen palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas eine «begrenzte Frist» für ein Vorgehen gegen militante Palästinenser gesetzt. Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag, die Armee bereite eine Großoffensive im Gazastreifen für den Fall vor, dass der Raketenbeschuss israelischer Grenzorte andauere. Dabei sei die Besetzung großer Gebietsabschnitte geplant.

Ministerpräsident Ariel Scharon wollte sich am Dienstag mit der Armeespitze treffen, um Einzelheiten des Aktionsplans zu beraten. Er sagte nach Rundfunkangaben, bei allem Verständnis für die internen Schwierigkeiten von Abbas könne Israel in der Frage der Sicherheit keine Kompromisse eingehen. Bislang sei auch noch kein Einsatz der palästinensischen Polizei gegen den Raketenbeschuss zu erkennen.

Abbas kritisierte im palästinensischen Rundfunk, Israel sei zu ungeduldig und habe schon am Tag seiner Amtsaufnahme mit Drohungen begonnen. Er wolle noch vor einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush mit Scharon zusammenkommen, betonte Abbas.

Abbas will die Anführer der Extremistengruppen Hamas und Islamischer Dschihad bei Gesprächen im Gazastreifen zu einer Waffenruhe mit Israel bewegen. Hunderte Einwohner der israelischen Grenzstadt Sderot demonstrierten am Dienstag vor dem nördlichen Gazastreifen gegen den ständigen Raketenbeschuss ihrer Ortschaft, der schon mehrere Todesopfer gefordert hat.

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